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FED dürfte an ihrem vorsichtigen Zinserhöhungskurs festhalten


05.02.18 16:00
HSH Nordbank AG

Hamburg (www.anleihencheck.de) - Im vierten Quartal ist das BIP der USA um 2,6% (QoQ, annualisiert) expandiert, so dass im Gesamtjahr 2017 ein Wirtschaftswachstum von 2,3% zu verzeichnen ist, berichten die Analysten der HSH Nordbank AG.

Die letzten Konjunkturdaten aus Dezember und Januar würden dafür sprechen, dass man mit einem soliden Schwung in das neue Jahr starte. So habe der ISM-Index für das Verarbeitende Gewerbe mit 59,1 Punkten im Januar auf einem ähnlich hohen Niveau wie im Dezember gelegen. Die Auftragseingänge hätten im Dezember um 2,9% gegenüber dem Vormonat zugelegt. Der Arbeitsmarkt habe im Dezember eine leichte Schwäche gezeigt, die sich gemäß den Erstanträgen für Arbeitslosenhilfe im Januar aber nicht fortgesetzt habe.

Angesichts der weiterhin sehr niedrigen Arbeitslosenrate von 4,1% bleibe auch das Konsumentenvertrauen laut Universität Michigan auf einem hohen Niveau. In diesem Umfeld sei auch die Stimmung in der Bauwirtschaft exzellent, glaube man dem NAHB-Index, der bei 72 Punkten liege (bei 50 Punkten liege die Expansionsgrenze). An der Preisfront würden die Daten gemischt ausfallen. Während die CPI-Kernrate im Dezember leicht auf 1,8% gestiegen sei, habe die PCE-Kernrate bei 1,5% verharrt und die PCE-Gesamtrate habe leicht nachgegeben. Insgesamt würden die Analysten für dieses Jahr von einem Wachstum von 2,7% ausgehen, gestützt von der Steuerreform, die allerdings keinen dauerhaften Impuls haben sollte. Die PCE-Kerninflation sollte die 2%-Marke überschreiten.

Die US-Notenbank habe auf ihrer Sitzung (die letzte für FED-Chefin Janet Yellen) am 31. Januar den Leitzins unverändert in der Bandbreite von 1,25% bis 1,5% gelassen. Der etwas optimistischere Blick auf die Inflation bedeute, dass vermutlich im März der nächste Zinsschritt folge. Allerdings schätze die FED die Chancen und Risiken für die US-Wirtschaft als ausgewogen ein, so dass sie vermutlich an ihrem vorsichtigen Zinserhöhungskurs festhalten werde. Die Analysten der HSH Nordbank AG rechnen daher weiterhin mit drei Zinsanhebungen in diesem Jahr. Derweil sei am langen Ende endlich Bewegung in die Renditen gekommen. Die zehnjährigen Renditen hätten Ende Januar das erste Mal seit April 2014 die Marke von 2,70% überschritten. Für das Jahresende würden die Analysten einen weiteren Anstieg auf 3,25% erwarten. (Ausgabe vom 02.02.2018) (05.02.2018/alc/a/a)