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FED dürfte am 16. Juni Tapering-Prozess noch nicht anstoßen


09.06.21 08:45
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - An den Terminmärkten wird trotz gebetsmühlenartig vorgetragener gegenteiliger Verlautbarungen der FED-Offiziellen wie im Vormonat weiterhin mit zwei Anhebungen des US-Leitzinsbandes um jeweils 0,25 Prozentpunkte im Verlauf des Jahres 2023 gerechnet, so die Analysten von Postbank Research.

Die Renditen zehnjähriger US-Treasuries würden sich allerdings seit Mitte April seitwärts in Sichtweite der Marke von 1,60 Prozent bewegen.

Andauernd steigende Preisniveaus vieler Rohstoffe und Engpässe u.a. bei Halbleitern, Chips und Transportmöglichkeiten würden die Inflationserwartungen auf hohem Niveau verankern. Die Fünf-Jahre-Breakeven-Rate, ein Indikator der erwarteten Inflationsrate, sei Mitte Mai mit 2,82 Prozent auf das höchste Niveau seit Juli 2008 gestiegen, habe aber wieder gut 20 Basispunkte zurückgesetzt.

Im April seien der Index der Verbraucherpreise um 4,2 und die PCE-Kernrate um 2,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr angestiegen - Niveaus, die seit einer bzw. drei Dekaden nicht mehr erzielt worden seien. Auch die Inflationserwartungen der Verbraucher im Uni of Michigan-Index hätten auf Mehr-Jahreshöchststände zugelegt.

Die FED betone ein ums andere Mal, dass dieser Anstieg nur temporär sei. Tapering-Diskussionen dürften erst nach der Sommerpause auf der Agenda stehen.

Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen könnte bei anhaltend hohen Preiszuwächsen auf Sicht von sechs Monaten von aktuell 1,58 (Stand 07.06.2021) auf 2,25 Prozent ansteigen. (Zinsbulletin Juni 2021) (09.06.2021/alc/a/a)