FED mit bullishem Statement


02.08.18 12:00
Deutsche Bank

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Wie schnell sich Einschätzungen ändern können. Gemeint ist diejenige für das US-Wachstum, so die Deutsche Bank AG in einer aktuellen Ausgabe "MÄRKTE am Morgen".

Man brauche nur einmal etwa zwei Wochen zurückzugehen, als düstere Konjunkturprognosen für die USA abgegeben worden seien. Der Grund: Der Renditevorsprung der zehnjährigen US-Staatsanleihen sei gegenüber Staatsanleihen mit zweijähriger Laufzeit auf fast 23 Basispunkte zusammengeschrumpft, den niedrigsten Spread seit dem Jahr 2007. Man sei nicht mehr weit entfernt von einer inversen Renditekurve, die nach verbreiteter Lesart als Vorbotin einer Rezession gelte, habe es mancherorts geheißen. Glücklicherweise habe sich der Renditevorsprung nun wieder vergrößert, aber davon erfahre man derzeit kaum etwas, nicht einmal, als gestern die zehnjährigen US-Staatsanleihen zum ersten Mal seit dem 24. Mai wieder mit mehr als 3 Prozent rentiert hätten.

Und dass es der US-Konjunktur gut gehe, lasse sich nicht nur an der gestern von der Arbeitsmarktagentur ADP veröffentlichten Zahl der neu geschaffenen Stellen ablesen, die mit einem Plus von 219 Tsd. die Erwartungen der Ökonomen auf der positiven Seite recht deutlich übertroffen hätten. Auch die erste Prognose des realen Bruttoinlandsprodukts für das dritte Quartal des viel beachteten Modells der FED von Atlanta (GDPNow) habe mit einem in dieser frühen Phase sicherlich noch nicht sonderlich belastbaren ersten Wert von 4,7 Prozent überrascht. Und das, nachdem Experten am vergangenen Freitag nach der Publizierung der Wachstumszahlen für April bis Juni (+4,1 Prozent) vielerorts davor gewarnt hätten, es werde wohl im kommenden Quartal nicht mehr mit einem derart hohen Wachstum zu rechnen sein.

Dass nun auch die US-Notenbank nicht nur (wie im Juni dargestellt) von einer robusten, sondern von einer starken Konjunktur ausgehe, zeige das Statement, das der Offenmarktausschuss (FOMC) zum Ende der gestrigen Sitzung der FED veröffentlicht habe. Auch die Kerninflation befinde sich demnach auf Jahresbasis nahe dem angestrebten Ziel von 2 Prozent, während die langfristigen Inflationserwartungen unter dem Strich wenig verändert seien, sei zu lesen gewesen. Wie erwartet habe das FOMC einstimmig die Zielzone für die FED Funds zwischen 1,75 und 2,00 Prozent belassen.

Weil sich das Statement indes nicht sonderlich "hawkish" lese, sei der Euro weitgehend unbeeindruckt geblieben und habe zuletzt leicht unterhalb der Mitte der seit Wochen gültigen Konsolidierungszone zwischen 1,1505 und 1,1855 EUR/USD (ISIN EU0009652759/ WKN 965275) gelegen. Dazu mögen auch die gestrigen Medienberichte beigetragen haben, wonach US-Präsident Donald Trump beabsichtigt, China-Importe in einem Volumen von 200 Mrd. USD mit einem von 10 auf 25 Prozent erhöhten Zoll zu belegen, so die Deutsche Bank AG. (02.08.2018/alc/a/a)





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