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Die FED bewegt sich


05.11.21 11:45
BNY Mellon IM

Frankfurt am Main (www.anleihencheck.de) - Die FED hat am Mittwochabend endlich ein schlecht gehütetes Geheimnis gelüftet: Sie will diesen Monat damit anfangen, ihre lockere Geldpolitik zu reduzieren, und die Anleihekäufe um 15 Mrd. USD zurückfahren, so Jon Day, Portfoliomanager Anleihen bei Newton IM, einer Gesellschaft von BNY Mellon Investment Management.

Geplant sei, die Käufe in jedem weiteren Monat um zusätzliche 15 Mrd. Dollar zu verringern und das Quantitative-Easing-Programm im kommenden Juni zu beenden.

Dabei habe sich die Notenbank jedoch einen gewissen Spielraum eingeräumt. Das Tempo der Reduzierung solle je nach Datenlage bei der Inflation erhöht oder verringert werden können. Die FED unternehme ihre ersten kleinen Schritt auf dem Weg zu einer restriktiveren Geldpolitik, bleibe aber weit hinter ihren Kollegen nördlich der US-Grenze (Bank of Canada) und jenseits des Ozeans (Bank of England und Reserve Bank of New Zealand) zurück. Geduld sei weiterhin angesagt.

Aktuell würden die Marktdaten in den USA wieder anziehen: Der Dienstleistungsindex des Institute of Supply Management (ISM) habe gestern ein Allzeithoch erreicht, und die Zehnjahres-Inflationserwartungen in den USA lägen weiterhin über 2,5% - die inoffizielle Zielmarke der FED für eine "heiße" Inflation. Nach wie vor bestehe das Risiko, dass die FED schneller handeln müsse als erwartet, so dass die Renditen für kürzer laufende Anleihen anfällig bleiben würden. Der US-Dollar wäre in diesem Szenario der Hauptnutznießer. (Ausgabe vom 04.11.2021) (05.11.2021/alc/a/a)