FED-Sitzung: Erhöhung des Leitzins um 25 BP erwartet


12.06.17 11:45
Allianz Global Investors

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Wir erwarten, dass die US-Notenbank bei der nächsten Sitzung des Offenmarktausschusses am 13. und 14. Juni, eine Erhöhung des Leitzins um 25 Basispunkte beschließen wird, so Franck Dixmier, Global Head of Fixed Income bei Allianz Global Investors.

Dies stehe im Einklang mit der Konsens-Meinung und wäre die dritte Zinserhöhung der FED in sieben Monaten. Die Experten würden darüber hinaus erwarten, dass die FED aufzeigen werde, wie sie ihre Bilanz verkleinern wolle. Trotz der Schwäche der Kerninflation in den vergangenen zwei Monaten würden sie glauben, dass das aktuelle wirtschaftliche Umfeld in den USA die Beibehaltung des geldpolitischen Straffungskurses rechtfertige.

Nach einem enttäuschenden ersten Quartal befinde sich das US-Wirtschaftswachstum wieder im Aufschwung, unterstützt durch einen synchronen globalen Erholungszyklus in den Industrieländern, in denen die geldpolitischen Bedingungen weiterhin akkommodierend seien.

Um die jüngste Inflationsschwäche auszugleichen, dürfte die FED einige Arbeitsmarkttrends betonen:

- Die Arbeitslosenquote habe im Mai mit 4,3 Prozent auf dem tiefsten Stand seit 17 Jahren gelegen.

- Der Ausblick für Neueinstellungen auf Unternehmensseite sei nach wie vor positiv, in jüngsten Umfragen würden Unternehmen sogar von erhöhten Schwierigkeiten berichten, Mitarbeiter zu finden.

- Es sei wahrscheinlich, dass der Übertragungseffekt auf Einstiegsgehälter und -löhne weiter anhalte. Im Verarbeitenden Gewerbe würden sie sich bereits auf einem Allzeithoch befinden.

Die Kombination dieser Faktoren sollte weiteren Inflationsdruck und Preiserhöhungen bewirken, sodass die Inflation mittelfristig die 2-Prozent-Zielrate der FED erreichen dürfte.

Das Protokoll der Mai-Sitzung des Offenmarktausschusses (FOMC) lege nahe, dass die FED wahrscheinlich die Juni-Sitzung nutzen werde, um ihre Pläne zur Verringerung ihrer Bilanz vorzustellen. Die Experten würden davon ausgehen, dass die FED in einem ersten Schritt die Wiederanlage auslaufender Wertpapiere ab dem vierten Quartal dieses Jahres begrenzen werde. Einen solchen Schritt einige Monate vor der eigentlichen Umsetzung zu verkünden, wäre ein wertvoller Testballon für die FED. Sie könnte in Echtzeit sehen, wie der Markt auf diesen zusätzlichen Schritt der geldpolitischen Normalisierung reagiere.

Erstaunlicherweise seien die Markterwartungen nicht im Einklang mit der Forward Guidance und den Prognosen der FED. Wenn die FED wie erwartet im Juni den Leitzins anhebe, dann seien für die nächsten zwei Jahren nur noch zwei zusätzliche Zinserhöhungen eingepreist. Die Experten würden glauben, dass diese Erwartungen zu niedrig seien und wahrscheinlich nach oben korrigiert werden müssten. Dies sollte - ungeachtet der jüngsten Rally in US-Treasuries - zu einer Erhöhung der langfristigen Anleiherenditen führen. (12.06.2017/alc/a/a)