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FED-Präsident Powell: Negativzinsen sind keine Option für die US-Notenbank


14.05.20 09:45
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.anleihencheck.de) - Im Fokus standen gestern Ausführungen von FED-Präsident Powell, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG.

Dabei habe dieser ein tristes Bild der US-Konjunktur gezeichnet. So gehe die Notenbank von einer längeren Phase der konjunkturellen Schwäche aus. Bei den US-Notenbankern setze sich zunehmend die Überzeugung durch, dass sich die Erholung langsamer vollziehen dürfte als erhofft. Das eigentlich Erwähnenswerte seien jedoch seine daraus abgeleiteten Schlussfolgerungen. Erstens: Negativzinsen seien keine Option für die FED. Powell habe die diesbezügliche Einigkeit innerhalb des FOMCs unterstrichen und in der Tat hätten sich diese Woche bereits einige FOMC-Mitglieder dahingehend geäußert. Zweitens: Powell habe trotz des ohnehin schon ausufernden Haushaltsdefizits Sympathien für weitere fiskalische Maßnahmen erkennen lassen. Zwar hätten die Demokraten im Abgeordnetenhaus am Dienstag einen Vorschlag für zusätzliche Maßnahmen in Höhe von USD 3.000 Mrd. vorgelegt (und damit in etwa nochmal so viel wie bereits beschlossen). Trump und Mnuchin hätten dem Vorstoß in der aktuellen Form jedoch keine Chance gegeben ("dead on arrival").

Etwas weiter sei da schon Italien. So habe sich die Regierung in Rom gestern auf ein zweites Hilfspaket in Höhe von EUR 55 Mrd. einigen können. Zwar sei das Paket schon vor Wochen angekündigt worden, Streitereien der beiden Koalitionsparteien hätten das Zustandekommen jedoch immer wieder verzögert.

Datenseitig stünden heute in der Eurozone keine relevanten Veröffentlichungen auf dem Programm (erst morgen wieder mit BIP-Zahlen), die ungeteilte Aufmerksamkeit werde daher den wöchentlichen Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe in den USA zuteil. Für die Woche bis zum 9. Mai rechne der Konsens mit etwa 2,5 Mio. neuen Anträgen. (14.05.2020/alc/a/a)