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FED-Personalkarussell dreht sich


11.10.17 12:49
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Entwicklung am US-Staatsanleihemarkt war im September zweigeteilt, so die Experten von Union Investment.

Weitere Wortgefechte zwischen Nordkorea und den USA hätten zunächst für eine geringere Risikoneigung der Anleger gesorgt. US-Staatsanleihen seien in diesem Umfeld gefragt gewesen. Mit den schweren Verwüstungen der Wirbelstürme seien zudem Sorgen bezüglich der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung aufgekommen. Die Rendite von zehnjährigen Schatzanweisungen sei gefallen und habe sich daraufhin der Renditemarke von 2 Prozent genähert.

Gegen Monatsmitte habe sich jedoch das Blatt gewendet. Einen wesentlichen Einfluss darauf habe vor allem die US-Notenbank FED gehabt. Wie erwartet hätten die Währungshüter auf ihrer turnusmäßigen Sitzung eine Reduzierung ihrer Bilanz beschlossen. Ab Oktober würden zunächst monatlich 10 Milliarden US-Dollar an fällig werdenden US-Schatzanweisungen und Hypothekenpapieren nicht mehr reinvestiert. Diese Summe werde dann im Quartalsrhythmus bis auf 50 Milliarden US-Dollar je Monat steigen. Darüber hinaus werde die FED wohl auch weiter an der Zinsschraube drehen. Die dabei kommunizierte Entschlossenheit, die Leitzinsen weiter zu erhöhen, habe die Marktteilnehmer in ihrer Deutlichkeit wohl ein wenig überrascht. Die Wahrscheinlichkeit für einen Zinsschritt im Dezember habe deutlich zugenommen und Ende September bei 70 Prozent gelegen.

Zunehmend werde zudem die künftige Besetzung des Offenmarktausschusses der FED ein Thema. Überraschend habe Vize-Chef Stanley Fisher seinen Rücktritt für Mitte Oktober bekannt gegeben. Als Nachfolger für FED-Chefin Janet Yellen werde unterdessen Kevin Warsh gehandelt. Ihm werde eine restriktive Geldpolitik nachgesagt. Er gelte aber auch als sehr liberal und dürfte wohl die Bankenregulierung lockern. Zum Monatsende hätten die Renditen daher wieder angezogen. Diese Bewegung sei durch die Vorlage eines etwas konkreteren Entwurfs zur Steuerreform verstärkt worden. Marktteilnehmer würden sich von den Plänen der US-Regierung ein höheres Wachstum erhoffen. Auf Indexebene (J.P. Morgan Global Bond US-Index) hätten US-Schatzanweisungen im September letztlich 0,9 Prozent an Wert verloren. Nach vorn gerichtet gehen die Experten von Union Investment aufgrund der guten konjunkturellen Lage von weiter leicht steigenden Renditen aus. (Ausgabe September 2017) (11.10.2017/alc/a/a)