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FED: Nur wenig neue Erkenntnisse über die weiteren geldpolitischen Pläne


02.11.17 13:00
State Street Global Advisors

Boston (www.anleihencheck.de) - Angesichts der vielen Schlagzeilen zur Steuerreform und Spekulationen, wer zum nächsten Vorsitzenden der Federal Reserve (FED) ernannt werden könnte, ging die vorletzte Sitzung des Federal Open Market Committee (FOMC) im Jahr 2017 ziemlich geräuschlos zu Ende, so Sophia Ferguson, Senior Portfoliomanager für Active Fixed Income and Currency bei State Street Global Advisors.

Die heute veröffentlichte Erklärung habe nur wenig neue Erkenntnisse über die weiteren geldpolitischen Pläne der FED gebracht. Die insgesamt ermutigenden Wirtschaftsdaten und eindeutige Hinweise führender Vertreter der FED im Zeitraum zwischen der letzten und der heutigen FOMC-Sitzung würden jedoch darauf schließen lassen, dass das Komitee nach wie vor plane, die Leitzinsen zum dritten Mal in diesem Jahr zu erhöhen. Die aus Marktkursen abgeleitete Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im Dezember schwanke um 85 Prozent, was bedeute, dass die Anleger fest mit diesem Schritt am Jahresende rechnen würden. Die heutige Erklärung gebe ihnen nur sehr bedingt Anlass, diese Erwartungen in Frage zu stellen.

Laut der Erklärung habe das FOMC weiterhin einen ausgewogenen Wirtschaftsausblick, wobei die Abwärtsrisiken nachlassen würden. Trotz der erneut rückläufigen Arbeitslosenquote und der schneller wachsenden Stundenlöhne, bleibe die hartnäckig niedrige Inflation die Achillesferse in der Argumentation der FED: Im September sei die Kerninflation gemessen am Verbraucherpreisindex zum sechsten Mal innerhalb von sieben Monaten niedriger ausgefallen als erwartet.

Die FED betone zwar weiterhin, dass die Geldpolitik keinem vorbestimmten Kurs folge und sie die hereinkommenden Inflationsdaten genauestens analysieren werde, doch auch das Ausbleiben eines kräftigen Inflationsanstiegs werde eine Zinserhöhung im Dezember wohl nicht verhindern. Die Argumentation des FOMC, dass die notwendigen Bedingungen für eine graduellen Zinserhöhungszyklus gegeben seien, werde durch das Zusammentreffen extrem lockerer Finanzkonditionen, eines über dem Potenzial liegenden Wirtschaftswachstums, einer Arbeitslosenquote unterhalb der inflationsneutralen Arbeitslosenquote sowie der jüngsten Stabilisierung der Verbraucherpreisinflation, wenn auch unterhalb des angestrebten Niveaus, untermauert.

Wenig überraschend beschloss das Federal Open Market Committee (FOMC) heute keine Leitzinserhöhung, sodass die Aufmerksamkeit weiterhin auf der Verkündung des neuen Vorsitzenden der Federal Reserve (Fed) liegt, so Antoine Lesné, Leiter der Abteilung ETF-Strategie für SPDR ETFs bei State Street Global Advisors. Die Experten würden unverändert davon ausgehen, dass die FED die Zinsen im Dezember um 25 Basispunkte erhöhen werde, da ein solcher Schritt von den Wirtschaftsdaten, mit Ausnahme der Inflation, gestützt werde. Die Entwicklung der Anleihe-Renditen könnte von der Ankündigung des neuen FED-Vorsitzenden bestimmt werden. Zum jetzigen Zeitpunkt würden die Experten eine leicht untergewichtete Durationsposition favorisieren, da das Umfeld weniger günstig für US-Staatsanleihen sei. Die Experten würden in dieser Phase des Zyklus nach wie vor Unternehmensanleihen mit Anlagequalität (Investmentgrade), gegebenenfalls mit mittleren Laufzeiten bevorzugen. (02.11.2017/alc/a/a)