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FED-Meeting: Ein deutlicher Anstieg der Zinssätze könnte die langlebigen Unternehmen sichtbar machen


02.05.22 12:06
Vontobel Asset Management

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Zu Beginn des Jahres war die US-Notenbank FED auf dem Weg, die Zinsen schrittweise wieder anzuheben, so Matthew Benkendorf, CIO von Vontobel Quality Growth.

Doch angesichts der anhaltend hohen Inflationszahlen und des Marktes, der nach weiteren Erhöhungen verlange, erlebe man eine deutliche Verschiebung hin zu mehr Aggressivität. Es werde erwartet, dass die FED zum ersten Mal seit langer Zeit die Zinsen nicht nur um 25 Basispunkte, sondern um mindestens 50 oder möglicherweise sogar 75 Basispunkte anheben werde.

Mit einem derart aggressiveren Vorstoß bei den Zinserhöhungen sei es sehr wahrscheinlich, dass die Inflation allein durch den Jahresvergleich wieder zu sinken beginne, selbst wenn sich die Konsumentenpreise nicht ändern würden. Nach der erwarteten Zinserhöhung durch die FED in dieser Woche und wahrscheinlich einer weiteren danach, bestehe zudem die Möglichkeit eines Stimmungsumschwungs an den Märkten.

Die Märkte würden zwar vorerst wohl weiter volatil bleiben, aber das, was man im Rahmen der Berichtssaison für das erste Quartal bisher gesehen habe und im weiteren Verlauf des Jahres noch sehen werde, deute darauf hin, dass robustere Unternehmen in der Lage sein würden, beständigere und stärkere Ergebnisse zu liefern. Gleichzeitig könnten und sollten einige der teureren Aktien auf dem Markt endlich im Preis sinken. Einige der so genannten "Lieblinge" der Aktionäre hätten Probleme oder würden beginnen, schnell gegen eine Wand zu fahren. Dabei sei es wahrscheinlich, dass man allmählich ein realistischeres Szenario sehen werde, in welchem sich die qualitativ hochwertigeren Unternehmen identifiziert lassen würden.

Qualitätsunternehmen mit hohen Gewinnspannen könnten Kostensteigerungen und Inflation auffangen. Anleger sollten sich daher auf Unternehmen mit einem breiten Burggraben, Vorteilen beim geistigen Eigentum (Intellectual property, kurz IP), starken Marken und soliden Bilanzen konzentrieren. Angesichts der steigenden Rohstoffpreise, der Lohninflation und Problemen bei den Lieferketten werde außerdem die Preissetzungsmacht wichtig sein. (02.05.2022/alc/a/a)