FED vor Leitzinserhöhung


14.06.17 09:00
HSBC Trinkaus & Burkhardt

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - Am heutigen Mittwoch nimmt die Woche endlich Fahrt auf, was allen voran der Zinsentscheidung der FED geschuldet sein dürfte, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

Alle Zeichen stünden hier auf "Leitzinserhöhung" und so würden die Analysten mit einer Anhebung der Fed Funds Rate um 25 BP auf 1,00 bis 1,25% rechnen. Die anschließende Pressekonferenz von FED-Präsidentin Janet Yellen dürfte dann genauestens nach Hinweisen darauf abgeklopft werden, wie das weitere Vorgehen der US-Notenbank aussehen könnte: Komme es zu einer dritten Zinserhöhung in diesem Jahr, und wann und in welcher Form würden die Währungshüter mit der angepeilten Rückführung der FED-Bilanz beginnen?

Die Analysten würden damit rechnen, dass die FED in ihrer "forward guidance" weitere graduelle Zinserhöhungen in Aussicht stelle und die nächste Umsetzung im September erfolgen werde. Mit der konkreten Ankündigung der Rückführung der FED-Bilanz sollte sich die FED wohl noch bis Dezember gedulden. Da allerdings zuletzt die Kommentare einiger FED-Mitglieder Präferenzen bezüglich des Beginns einer Abschmelzung der Bilanz noch in diesem Jahr zugenommen hätten, dürften die Aussagen der FED bezüglich des Timings in besonderem Maße unter der Lupe stehen.

Die anderen anstehenden Notenbanksitzungen in der Schweiz, in Großbritannien und in Japan dürften dagegen ohne große geldpolitische Neuausrichtungen vonstattengehen. In Japan habe die wirtschaftliche Erholung zuletzt zwar anziehen können, die besseren Rahmenbedingungen hätten aber bisher nicht zu einem stärkeren Lohnwachstum geführt. Dadurch dürfte die Bank of Japan ihrem extrem lockeren geldpolitischen Pfad treu bleiben. Zurückhaltend sollten sich ebenfalls die Mitglieder der Bank of England zeigen.

Die Bank of England dürfte über den überraschend deutlichen Inflationsanstieg hinwegsehen. Die Teuerung habe im Mai auf 2,9% in der Jahresrate angezogen, was vor allem eine Folge der GBP-Abwertung der vergangenen Monate sei. Zur gleichen Zeit habe das Lohnwachstum jüngst negativ überrascht, und der Wachstumsausblick habe sich zuletzt nicht nachhaltig gebessert. Wenig Grund zur Anpassung der Geldpolitik sollten auch die Schweizer Währungshüter haben, nachdem das BIP im 1. Quartal enttäuscht habe und die Vorlaufindikatoren bestenfalls auf eine graduelle Erholung der Wirtschaft hinweisen würden, die kaum Potenzial für anziehenden Preisdruck berge.

Deutlich mehr Diskussionspotential dürfte es dagegen am Donnerstag in der Eurozone geben, wenn sich die Eurogruppe zum Thema Griechenland treffe. Im Juli müsse Griechenland Zahlungsverpflichtungen von mehr als 7 Mrd. EUR erfüllen. Dadurch steige der Druck, die derzeitige Reformüberprüfung abzuschließen - Voraussetzung für die Auszahlung der nächsten Tranche. Seit dem letzten Treffen Ende Mai habe es allerdings wenig Bewegung bei den verhandelnden Parteien gegeben.

Streitthema bleibe eine mögliche Schuldenerleichterung für das Land. Deutschland stelle sich gegen einen entsprechenden Schnitt, für den IWF sei das aber die Voraussetzung, um sich am Hilfsprogramm zu beteiligen. Bewegen werde sich zunächst voraussichtlich Griechenland selbst müssen und damit weitere klare Maßnahmen zur Schuldenreduzierung herausstellen. (14.06.2017/alc/a/a)