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FED: Lässt der neue Chef Jerome Powell die Zinsen fliegen?


02.03.18 11:45
Börse Stuttgart

Stuttgart (www.anleihencheck.de) - Die US-Wirtschaft brummt und die Gewinne der Unternehmen sprudeln weiter, so die Börse Stuttgart.

Das beobachte der neue Mann an der Spitze der amerikanischen Notenbank FED, Jerome Powell, ganz genau. An ihm liege es jetzt einen klugen Kurs zu fahren, um eine Inflationsrate von zwei Prozent anzusteuern, ohne dabei die Wirtschaft überhitzen zu lassen. Er verspreche bei seiner Rede zu seiner Anhörung im Finanzdienstleistungs-Ausschuss des US-Repräsentantenhauses, einen behutsamen Mittelweg zu finden. Marktteilnehmer würden verwundert feststellen, dass doch eine gehörige Portion Falke in der Taube Powell stecke. Etliche würden sogar damit rechnen, dass die FED in diesem Jahr sogar viermal die Zinsen anheben werde - bislang seien drei Anhebungen eingepreist gewesen. Sehr deutlich abzulesen gewesen sei dies an der Reaktion beim Währungspaar Euro/US-Dollar. Der Euro sei in dieser Woche sogar wieder unter 1,22 USD gefallen. Auch am US-Anleihenmarkt wehe in dieser Woche ein anderer Wind, und zwar auf der langen Seite.

Kurzlaufende Anleihen hätten sich nicht bewegt, fünfjährige Anleihen dagegen bereits leicht gewonnen. Am deutlichsten sei die Reaktion bei den Longbonds mit einer Laufzeit von dreißig Jahren ausgefallen. Sie seien um 18/32 Punkte auf 97 16/32 Punkte geklettert. Und würden jetzt mit 3,13 Prozent rentierten.

Der Trend aus den USA scheine mittlerweile auch den deutschen Rentenmarkt zu erfassen: Die Phase extrem niedriger Zinsen neige sich ihrem Ende entgegen. Wenngleich sich der Zins-Anstieg in den USA deutlicher dynamischer gestalte, zeichne sich auch in Europa und vor allem Deutschland eine ähnliche Entwicklung ab. Eine Tendenz, die sich nicht zuletzt in einigen charttechnischen Signalen widerspiegele. So befinde sich die so genannte Umlaufrendite, also die durchschnittliche Rendite aller im Umlauf befindlichen inländischen Staatsanleihen, derzeit auf einem neuen Trendhoch. Zuletzt hätten die Zinsen Anfang September 2015 das aktuelle Niveau erreicht. (Ausgabe 8 vom 02.03.2018) (02.03.2018/alc/a/a)