FED-Kurs hängt von Inflationsperspektiven ab


12.09.18 11:30
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Das Beige Book der FED, das am Abend veröffentlicht wird, dürfte auf die robuste wirtschaftliche Lage in den USA hinweisen und somit den Weg für weitere Straffungen ebnen, so die Analysten der Helaba.

Schon in diesem Monat schreite sie wohl wieder zur Tat und erhöhe das Leitzinsband ein weiteres Mal um 25 Basispunkte auf 2,0 bis 2,25%. Das sei - nicht erst seit dem letzten Arbeitsmarktbericht - vollständig eingepreist. Mit dem stärker als erwartet ausgefallenen Lohnanstieg hätten sich die Zinserwartungen für den Rest des Jahres und das Jahr 2019 erhöht, denn letztlich hänge der FED-Kurs von den Inflationsperspektiven ab.

Die heute im Kalender zu findenden US-Erzeugerpreise würden einen Vorgeschmack auf die Teuerung im Monat August geben. Die Verbraucherpreise stünden dagegen erst morgen zur Veröffentlichung an. Mittelfristig gebe es Anzeichen für einen anhaltenden Preisdruck. So seien Stimmungsindikatoren, vor allem auch im Servicesektor, weiterhin solide und Indikatoren, die den unterliegenden Inflationsdruck messen würden, würden steigen. So erreiche der entsprechende Index der New-York-FED immer neue Hochs. Es gebe aber auch Gegenwind. So würden Nahrungsmittel- und andere Rohstoffpreise nachgeben. Zudem habe sich der Dollar-Außenwert gefestigt. Kurzfristig würden die Benzinpreise nur einen mäßigen Beitrag zum Anstieg liefern. Daher würden die Konsensschätzungen realistisch erscheinen und die Analysten würden nicht mit erneut steigender Zinsfantasie rechnen.

In der Eurozone richte sich die Aufmerksamkeit auf die Industrieproduktion zu Beginn des dritten Quartals. Eine Reihe von großen Euro-Mitgliedsländern habe die Daten bereits veröffentlicht und mit Ausnahme Frankreichs hätten teilweise deutliche Rückgänge im Monatsvergleich zu Buche gestanden. Da auch Italien im Vorfeld schwächer erwartet werde, sollten die Erwartungen für die gesamte Eurozone nicht zu hoch gesteckt werden. Die bisherigen Datenveröffentlichungen würden ein Minus in der Größenordnung der Konsenserwartung signalisieren. Die verhalten wirtschaftliche Dynamik werde nach Erachten der Analysten bei der EZB zu einer weiterhin vorsichtigen und abwartenden Haltung beitragen. Ohnehin sei auf der morgigen Ratssitzung keine Veränderung der Geldpolitik zu erwarten. Der Lagebericht von EZB-Präsident Draghi in der Pressekonferenz dürfte von wirtschaftlichen Risiken geprägt sein. (12.09.2018/alc/a/a)