FED: Jerome Powell soll neuer Präsident werden


03.11.17 09:06
National-Bank AG

Essen (www.anleihencheck.de) - Aufgrund der zahlreichen wichtigen Entscheidungen, die gestern in Washington getroffen worden sind, sind andere Themen ins Abseits gerückt: Die Markit Einkaufsmanagerindices für das Dienstleistungs- und das verarbeitende Gewerbe deuten die Fortsetzung des Wirtschaftswachstums in den kommenden Monaten im Euroraum an, so die Analysten der National-Bank AG.

Heute Morgen seien die Caixin Einkaufsmanagerindices für China für den Oktober veröffentlicht worden. Während der Dienstleistungsindex leicht angestiegen sei, habe derjenige für das Verarbeitende Gewerbe enttäuscht. Die Sorge, das chinesische Wachstum könne nach dem Volkskongress nun doch etwas erlahmen, sei zurück. Die zentralen Ereignisse, die die Investoren auch noch über den gestrigen und den heutigen Tag beschäftigen würden, seien ohne Zweifel die Einleitung der Leitzinswende durch die Bank of England, die Neubesetzung der FED-Spitze sowie die Einzelheiten zur US-Steuerreform gewesen. Die Bank of England habe mit der erstmaligen Erhöhung der base rate nach rund zehn Jahren zwar die geldpolitische Wende eingeleitet. Doch die Aussagen des Notenbankchefs dazu hätten deutlich gemacht, dass die BoE künftig sehr behutsam und vorsichtig agieren werde.

Angesichts der Unwägbarkeiten aufgrund des Austritts UKs aus der EU sei das wenig verwunderlich. Mit Jerome Powell habe sich der US-Präsident für geldpolitische Kontinuität entschieden. Zugleich stehe Powell einer moderaten Reduzierung der Regulierung des Finanzdienstleistungssektors offen gegenüber. Mit ihm dürfte der von der FED eingeschlagene Kurs gradueller Leitzinsanhebungen fortgesetzt werden. Die formale Bestätigung dieser Personalie, die durch den Senat erfolgen müsse, dürfte sich im Gegensatz zu anderen Personalentscheidungen der US-Administration nicht hinziehen. Das zweite Thema aus Washington, die Veröffentlichung der Details zur Steuerreform, dürfte selbst in der republikanischen Partei für Diskussionen sorgen, obwohl man sich dort grundsätzlich einige über Entlastungen sei. Nutznießer sollten erwartungsgemäß die Unternehmen werden.

Der aktuelle Text sehe auch Entlastungen der Einkommensbezieher vor, wobei der Spitzensteuersatz ab Einkommen von 1 Mio. USD/ Jahr beibehalten und zahlreiche Abzugsmöglichkeiten über die Jahre eingeschränkt würden und letztlich ganz auslaufen sollten. Dafür würden Freibeträge teils erheblich erhöht. Über die Gesamtwirkung gebe es bislang keine belastbaren Informationen. Zum einen dürfte am Gesetzestext noch gefeilt werden. Zum anderen müsse das CBO rechnen, was das endgültige Paket auch im Hinblick auf Verschuldung und Haushalsdefizit bedeute.

Gegen Mittag werde dann der US-Arbeitsmarktbericht in den Fokus rücken. Der wetterbedingt schwache Vormonat dürfte im Oktober korrigiert worden sein. Besonderes Augenmerk sollte auf die Lohnentwicklung gelegt werden. Sollten die Löhne erneut kräftiger zugelegt haben, so hätte die FED noch mehr Argumente für einen Zinsschritt. Außerdem seien der ISM für das Dienstleistungsgewerbe sowie die Auftragseingänge zu beachten.

Der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) dürfte behauptet in Tag starten und sich zwischen 161,80 und 163,25 bewegen. Die Rendite der zehnjährigen US-Treasuries dürfte zwischen 2,29 und 2,41% schwanken. (03.11.2017/alc/a/a)





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