Erweiterte Funktionen

FED-Erwartungen unter Einfluss von Datenveröffentlichung und Yellen-Nachfolge


09.10.17 08:51
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die neue Woche wird durch Veröffentlichungen wichtiger Konjunkturdaten vor allem in den USA geprägt sein, heute allerdings wird zunächst der Columbus Day begangen, so die Analysten der Helaba.

Die jüngsten Wortmeldungen der FED-Vertreter Harker und Williams würden die Erwartungen eines weiteren Zinsschritts in diesem Jahr steigen lassen. Marktseitig würden bis Ende 2018 insgesamt nur zwei Zinsschritte eingepreist. Die FOMC-Mitglieder würden jedoch bis dahin vier Zinserhöhungen signalisieren und die US-Notenbank habe bereits mit einer langsamen, "marktschonenden" Bilanzreduzierung begonnen.

Neue Informationen über mögliche Nachfolger für den FED-Vorsitz könnten diese Woche die Markterwartungen zudem beeinflussen.

Wichtige Impulse könnten Ende der Woche die Entwicklung der Einzelhandelsumsätze des Monats September liefern. Die Stimmungsindikatoren seien positiv und der Pkw-Absatz habe den höchsten Wert seit 2005 erreicht. Ein kräftiger Anstieg der Einzelhandelsumsätze sei somit zu erwarten.

Im Fokus der Marktteilnehmer stünden darüber hinaus die Erzeuger- und Verbraucherpreise für den Monat September. Die erhöhten Benzinpreise, ausgelöst durch die Hurrikan-Saison, dürften zu einem vergleichsweise starken Anstieg der Erzeuger- und Verbraucherpreisindizes im Vormonatsvergleich sorgen. Da sich das Plus bei den Benzinpreisen bereits wieder teilweise zurückgebildet habe, sei im Oktober jedoch auch mit einem erneuten Rückgang der Inflationsrate zu rechnen.

Im Hinblick auf die Geldpolitik der FED richte sich die Aufmerksamkeit der Marktteilnehmer ohnehin eher auf die Kernteuerung. Noch sei hier keine Beschleunigung abzusehen, wodurch sich die FED in der vorsichtigen Geldpolitik bestätigt fühlen dürfte.

In Europa stehe diese Woche die Veröffentlichung der Industrieproduktionszahlen des Monats August an. Den Auftakt würden heute Deutschland und morgen Frankreich geben. Am Donnerstag würden die Zahlen der Industrieproduktion der Eurozone folgen. Nachdem zuletzt die Auftragseingänge in Deutschland mit einem Zuwachs von 3,6% überrascht hätten und der VDA sehr starke Zuwächse der Pkw-Produktion ausgewiesen habe, sollte die Industrieproduktion deutlich zulegen. Dabei sollte aber beachtet werden, dass der relativ frühe Ferientermin die Juliwerte des VDA unterdurchschnittlich habe ausfallen lassen, sodass das kräftige Augustplus auch diesem Umstand geschuldet sei. Mit den Septemberwerten sollte wieder etwas Beruhigung in die Zeitreihe hineinkommen. (09.10.2017/alc/a/a)