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FED-Erwartungen nicht angebracht


13.01.21 08:54
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Während die Aktienmärkte auf hohem Niveau konsolidieren und der US-Dollar seinen Abwertungstrend gestoppt hat, setzten sich die Verluste an den Anleihenmärkten zunächst fort, so die Analysten der Helaba.

Vor allem in den USA seien die Renditen und zuletzt auch die Realrenditen kräftig gestiegen. Zum einen sei dies mit der "Blauen Welle" und der Erwartung weiterer Fiskalausgaben sowie eines steigenden Anleiheangebots zu begründen. Zum anderen werde darüber spekuliert, ob die US-Notenbank noch in diesem Jahr die Assetkäufe zurückfahren könnte. Einige FED-Vertreter hätten derartige Erwartungen hervorgerufen. Auch heute stünden zahlreiche Redebeiträge auf der Agenda, wie beispielsweise von Bullard, Harker und Clarida. Sie hätten sich in jüngster Zeit dafür ausgesprochen, das Anleihekaufprogramm nicht zu früh herunterzufahren. Vielmehr sei es angesichts der Pandemie und des Ausmaßes an Unsicherheit unangemessen, schon jetzt ein Datum für Änderungen bei den Anleihekäufen festzulegen.

In diesem Zusammenhang sei auf den heute anstehenden Konjunkturbericht der US-Notenbank verwiesen. Im letzten Beige Book sei angesichts steigender Corona-Fallzahlen von einer Verlangsamung der Konjunkturerholung berichtet worden. Daran werde sich in den letzten sechs Wochen wohl wenig verändert haben. Insgesamt sollten die aufgekommenen FED-Spekulationen wohl nicht verstärkt werden. Dafür würden auch die heute anstehenden Verbraucherpreise sprechen, die auf eine weiterhin mäßige Teuerung aufmerksam machen dürften. Auch die Kerninflation liege unterhalb des Zielbereichs der FED. Da zudem eine klare Zielverfehlung am Arbeitsmarkt zu konstatieren sei, sollte kein Zweifel daran bestehen, dass es bis auf Weiteres nicht zu einer Straffung der Zügel komme. (13.01.2021/alc/a/a)