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FED-Anleihekäufe laufen aus


15.10.20 09:15
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - In der Hochphase der Coronavirus-Krise reichte allein die Ankündigung der FED, mit umfangreichen geldpolitischen Maßnahmen reagieren zu wollen, um die Sorgen der Anleger auf dem Markt für US-Unternehmensanleihen zu beschwichtigen, so die Analysten von Postbank Research.

Dadurch hätten die US-Währungshüter das zunächst angekündigte Maximalvolumen der Unternehmensanleihekäufe bisher kaum ausschöpfen müssen. Dennoch habe die FED im Mai mit wöchentlichen Käufen im beachtlichen Wert von bis zu 1,5 Milliarden US-Dollar begonnen. Bereits im Juli sei dieses Volumen allerdings reduziert worden und liege seit August lediglich bei unter 0,2 Milliarden US-Dollar. Doch nicht nur bei Unternehmens-, auch bei Staatsanleihen dürfte der Appetit der FED nachgelassen haben. Denn die US-Notenbank dürfe für jede Laufzeit nur 70 Prozent des ausstehenden Volumens halten. Bei US-Staatspapieren mit Laufzeiten von zehn oder mehr Jahren rücke dieser Grenzwert immer näher.

Auch die Versteilerung der Zinsstrukturkurve seit Mitte Juli dürfte die FED nicht zum Handeln zwingen, da die Finanzmarktkonditionen insgesamt weiter locker bleiben würden. Die Analysten würden daher kaum Potenzial für einen weiteren Renditerückgang sehen. (15.10.2020/alc/a/a)