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Eurozone: Schnellere geldpolitische Normalisierung möglich


05.02.18 14:30
HSH Nordbank AG

Hamburg (www.anleihencheck.de) - Nach einer ersten vorläufigen Schätzung ist das BIP in der Eurozone im Schlussquartal 2017 um 0,6% gegenüber dem Vorquartal gewachsen, berichten die Analysten der HSH Nordbank AG.

Das sei etwas höher, als die Analysten in ihrer Prognose veranschlagt hätten (0,5%). Damit wäre die Wirtschaftsleistung im vergangenen Jahr insgesamt um 2,5% expandiert, während sie von einem Wachstum von 2,4% ausgegangen seien. Allerdings könne es noch zu Verschiebungen in den Vorquartalen kommen, so dass sich die Wachstumsrate für 2017 ebenfalls noch ändern würde. Die Veröffentlichung der Zahlen bestätige die Fortsetzung des kräftigen Konjunkturaufschwungs auch zum Jahresende 2017 und runde das derzeit ausgesprochen positive konjunkturelle Bild für die Eurozone ab.

Einzelne Komponenten des BIP-Wachstums seien noch nicht bekannt gegeben worden. Dies erfolge erst am 7. März. Ein erster Blick auf die Verteilung des Wachstum auf die einzelnen Euro-Länder sei schon möglich. Die französische Wirtschaft habe im vierten Quartal um 0,6% zulegen können. Damit bestätige sich der positive Trend für Frankreich. Die Zahlen für Deutschland seien auch überzeugend gewesen: In einer ersten Schnellschätzung sei für das Gesamtjahr ein BIP-Plus von 2,2% veröffentlicht worden (ohne Kalenderbereinigung). Für Q4 2017 bedeute dies eine Wachstumstrate von 0,6%. Die jüngsten Stimmungsindikatoren, wie zum Beispiel die Einkaufsmanagerindices, würden zudem darauf hindeuten, dass der kräftige Konjunkturschwung mit ins Jahr 2018 genommen werden könne.

In den vergangenen Wochen hätten sowohl die Äußerungen einiger EZB-Notenbanker als auch das Sitzungsprotokoll der letzten EZB-Zinssitzung von Mitte Dezember auf eine schnelle Gangart der Notenbank bei ihrem Ausstieg aus dem Anleiheankaufprogramm (QE) als bislang erwartet schließen lassen. Die Risiken eines "zu langsamen und zu späten Ausstiegs" seien erstmals stärker betont worden. Eine offizielle Änderung der Kommunikation in Bezug auf QE und forward guidance könnte laut EZB in den kommenden Monaten erfolgen. Auf ihrer Zinssitzung am 25. Januar habe sich die Notenbank allerdings mit konkreten Signalen zurückgehalten, wohl um die Phantasien für den Euro und die Zinsen nicht weiter zu beflügeln. Als Reaktion auf die möglicherweise schnellere geldpolitische Normalisierung seien die Bund-Renditen spürbar angestiegen. Die Verzinsung der zehnjährigen Titel sei auf über 0,70% geklettert. (Ausgabe vom 02.02.2018) (05.02.2018/alc/a/a)