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Eurozone: Ratingverbesserungen stützen Peripherieanleihen


15.02.18 10:45
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Staatsanleihen aus den Kernländern der Eurozone starteten mit Kursverlusten in das neue Jahr und standen nahezu durchweg unter Abgabedruck, so die Experten von Union Investment.

Als belastend hätten sich neben den negativen Vorgaben aus den USA vor allem die unzähligen Kommentare der EZB-Mitglieder erwiesen. Demnach hätten sich innerhalb der EZB zwei Lager gebildet. Ein Teil des Gremiums mahne einen zügigeren Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik an und fordere ein verbindliches Enddatum der Anleihekäufe. Ein abruptes Ende der Ankäufe im September habe zuvor nicht im Raum gestanden und somit für Verunsicherung gesorgt. Auf ihrer Sitzung Ende Januar sei die EZB versucht gewesen, die Marktteilnehmer zu beruhigen. Dies sei ihr jedoch nur bedingt gelungen. Zuletzt habe es danach ausgesehen, als würde das Ankaufprogramm mit geringerem Volumen auch nach September noch weiterlaufen.

Peripherieanleihen hätten sich hiervon hingegen unbeeindruckt gezeigt und ihren positiven Trend aus dem Vorjahr fortgesetzt. Als stützend hätten sich gleich mehrere Ratingverbesserungen erwiesen. So seien die Bonitätsnoten von Portugal, Spanien und Griechenland angehoben worden. Die Schatzmeister der jeweiligen Länder hätten das positive Umfeld genutzt und, wie im Januar üblich, viele Neuemissionen begeben. Portugal habe innerhalb der ersten beiden Wochen bereits seinen Refinanzierungsbedarf für das gesamte Quartal gedeckt. Dies sei gelungen, weil die Nachfrage seitens der Investoren enorm hoch gewesen sei. Ein gutes Beispiel dafür sei die Platzierung einer spanischen Anleihe über fünf Milliarden Euro gegen Monatsende mit einer zehnjährigen Laufzeit gewesen. Letztlich hätten sich die Orderaufträge auf beeindruckende 43 Milliarden Euro summiert.

Die kräftigen Zugewinne bei Peripherieanleihen (+0,7 Prozent) hätten allerdings die Verluste bei Kernanleihen (-1,0 Prozent) nicht vollständig kompensieren können. Gemessen am iBoxx Euro Sovereign Index hätten europäische Staatsanleihen somit im Januar 0,4 Prozent an Wert verloren. Wegen der guten Konjunkturlage rechnen die Experten von Union Investment auch in den kommenden Monaten mit leicht steigenden Renditen. Aufgrund der bislang verhaltenen Inflationserwartungen sei aber nicht mit einem starken Anstieg zu rechnen. (Ausgabe Januar 2018) (15.02.2018/alc/a/a)