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Eurozone: Notenbanken sorgen zwischenzeitlich für Beruhigung


15.07.21 09:30
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Der Euro-Staatsanleihemarkt war im Juni zweigeteilt, so die Experten von Union Investment.

In der ersten Monatshälfte habe zunächst ein freundlicher Unterton geherrscht. Vielfach sei es zu rückläufigen Renditen gekommen, die mit entsprechenden Kursgewinnen einhergegangen seien. Zehnjährige Bundesanleihen hätten zwischenzeitlich bei minus 0,28 Prozent rentiert. Ende Mai habe die Rendite noch bei minus 0,18 Prozent gelegen. Eine wichtige Rolle hätten hierbei die guten Vorgaben aus den USA gespielt. Dort habe die US-Notenbank deutlich gemacht, dass sie nicht von dauerhaften Preissteigerungen ausgehe und deshalb vorerst an ihrer expansiven Geldpolitik festhalten wolle.

Auch die Europäische Zentralbank (EZB) sei vorsichtig und gewohnt vage geblieben. Die EZB habe wie schon so häufig betont, dass Sonderfaktoren verantwortlich für den starken Anstieg der Inflation im laufenden Jahr wären. Diese Sonderfaktoren würden sich zum Ende des Jahres umkehren und dafür sorgen, dass die Inflationsrate 2022 wieder deutlich geringer ausfallen werde. Darüber hinaus plane man auch in den kommenden Monaten, Anleihen im Rahmen des Pandemieprogrammes (PEPP) in signifikant höherem Maße als in den ersten Monaten dieses Jahres anzukaufen.

In der zweiten Monatshälfte habe sich das Blatt dann wieder gewendet. Impffortschritte hätten in vielen Ländern weitere Öffnungsschritte erlaubt und für einen optimistischen Blick in die Zukunft gesorgt. Damit einhergegangen seien auch wieder leicht höhere Inflationserwartungen, sodass die Renditen wieder etwas angezogen hätten. Dadurch sei ein Teil der zuvor erzielten Kursgewinne wieder verlorengegangen. Diesmal habe es nur marginale Unterschiede zwischen Anleihen aus den Kernländern und der Peripherie gegeben. Für Aufsehen hätten die ersten Emissionen des europäischen Konjunkturpakets "Next Generation EU" gesorgt. Die Nachfrage nach den fünf-, zehn-, und dreißigjährigen Anleihen sei hoch gewesen, sodass die Emissionen deutlich überzeichnet und im späteren Handel auch gut nachgefragt gewesen seien.

Gemessen am iBoxx Euro Sovereigns-Index hätten Euro-Staatsanleihen im Juni ein Plus von 0,5 Prozent verbucht. In den Sommermonaten würden die Experten von Union Investment mit einem ruhigen Handel rechnen, aber jedoch leicht steigenden Renditen. (Ausgabe vom 14.07.2021) (15.07.2021/alc/a/a)