Eurozone: Inflation weiterhin zu niedrig


02.10.17 12:45
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Die Inflation in der Eurozone ist weiterhin zu niedrig, so die Analysten der Nord LB.

Die Verbraucherpreise seien im September lediglich um 1,5% Y/Y gestiegen. Damit sei die Jahresveränderungsrate weiter fernab vom Ziel der EZB. Die Kernrate habe sich sogar von 1,2% Y/Y auf 1,1% Y/Y verringert. Die aktuelle Entwicklung des Euro und der Energiepreise könnten zwar wieder für kleinere Impulse sorgen. Insgesamt bleibe es aber beim Yellen‘schen "Mysterium": Trotz Wachstum - die Einkaufsmanagerindices etwa signalisieren für die Eurozone aktuell mit der Septemberumfrage eine weitere Beschleunigung - trete die Inflation eher auf der Stelle. Das bedeute aber im Umkehrschluss Bauchschmerzen für ein etwaiges Zurückschalten des geldpolitischen Expansionstempos der Europäischen Zentralbank. Zuletzt habe sich der zypriotische Notenbankchef Georghadji eher vorsichtig geäußert.

Die Veröffentlichung der Zusammenfassung der letzten EZB-Sitzung am kommenden Donnerstag werde hier wahrscheinlich auch nicht mehr Klarheit zu Tage bringen. Gerade die Abstimmung um die Unabhängigkeit Kataloniens erinnere am aktuellen Rand auch daran, dass es weiter politische Störfaktoren gebe, die sich auch jederzeit durchaus auf die Wirtschaftsaktivität niederschlagen könnten. Der Brexit sei auch noch lange nicht vom Tisch. Somit sei die wirtschaftliche Lage aktuell zwar gut, aber durchaus mit Risiken behaftet. Die Inflation sei nicht auf Augenhöhe mit dem Zielwert - keine beneidenswerte Ausgangssituation für Mario Draghi und seine Kollegen. Der 3M-Euribor habe die ganze Woche bei -0,329% verharrt, auch der 6M Euribor habe in den letzten Tagen kaum Veränderungen gezeigt. (02.10.2017/alc/a/a)




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