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Eurozone: Geldpolitische Wende gestaltet sich weiterhin als zäher Prozess


08.03.18 11:30
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Die geldpolitische Wende in der Eurozone gestaltet sich weiterhin als zäher Prozess, so die Analysten von Postbank Research.

Insbesondere die trotz anhaltenden Konjunkturaufschwungs und höherer Lohndynamik nach wie vor verhaltene Inflationsentwicklung dürfte die Währungshüter kaum erhöhten Handlungsdruck verspüren lassen. Angesichts des ohnehin noch bis mindestens Ende September dieses Jahres laufenden Anleiheankaufprogramms sollte die heutige EZB-Ratssitzung kaum wegweisende neue Entscheidungen bringen. Beobachter dürften aber sehr genau darauf achten, ob sich zumindest verbal ein weiterer Fortschritt der geldpolitischen Wende erkennen lasse. So sei beispielsweise nicht auszuschließen, dass Mario Draghi im Rahmen der anschließenden Pressekonferenz auf den wiederholten Hinweis, die Anleiheankäufe bei Bedarf noch einmal auszuweiten, verzichte.

Mit einer Festlegung, wie es nach September mit dem Anleiheankaufprogramm weitergeht, rechnen die Analysten von Postbank Research hingegen erst im Juni. Dann sollte der EZB-Rat ein "finales Tapering" der Netto-Anleiheankäufe für drei Monate ab Oktober dieses Jahres beschließen und diese zum Jahreswechsel 2018/2019 endgültig einstellen. Mit einem ersten Zinsschritt würden die Analysten ca. sechs Monate nach Ende der Netto-Ankäufe im Juni kommenden Jahres rechnen. (08.03.2018/alc/a/a)