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Eurozone: Corona-Krise führt zu verringertem Preisdruck und zu stark abweichenden Saisonmustern


02.10.20 09:30
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.anleihencheck.de) - Wie heute am Morgen bekannt wurde, hat sich US-Präsident Trump mit dem Coronavirus infiziert, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG.

Dies werde zweifelslos Einfluss auf die Wahlkampfführung zur US-Präsidentschaft nehmen und möglicherwiese den Wahlausgang beeinflussen. Auf den Finanzmärkten sei in einer ersten Bewegung eine Risk-off-Stimmung zu erkennen.

Mit dem US-Arbeitsmarktbericht stehe heute ein Highlight am Programm. Vom Hoch bei 14,7% sei die Arbeitslosenquote in vier Monaten auf 8,4% gefallen und in etwa die Hälfte des Beschäftigungsrückgangs habe aufgeholt werden können. Es sei zu erwarten, dass sich der Beschäftigungszuwachs im September abgeschwächt habe und der rasche Rückgang der Arbeitslosenquote nun zu Ende sei. Trotz der Verbesserung der Kennzahlen bleibe also die Arbeitsmarktlage noch für einige Zeit schwierig.

In der Eurozone sei die Schätzung der Inflationsrate für September von Interesse. Die Corona-Krise führe zu einem verringerten Preisdruck und zu stark abweichenden Saisonmustern. Beispielsweise habe sich der Sommerschlussverkauf bis in den September fortgesetzt, was den mit dem Kontingentwechsel üblichen Preisanstieg bei Bekleidung geringer ausfallen lasse. Mit dem Rückgang der Kernrate und dem anhaltend disinflationären Einfluss der Energiepreise werde die Teuerung noch tiefer in den negativen Bereich rutschen.

Am Rating-Kalender seien heute Belgien (AA-(n)) und Zypern (BBB-(s)) bei Fitch und Slowenien (Baa1(p)) bei Moody’s vermerkt.

Am Primärmarkt habe gestern Frankreich Anleihen mit Laufzeit 11/2030, 05/2034, 05/2040 und 05/2052 zu einer Rendite von -0,25%, -0,09%, 0,17% und 0,43% auktioniert. Bei einem bid/cover Ratio von 1,8 bis 2,1 sei ein Gesamtvolumen von rund EUR 11,5 Mrd. zugeteilt worden. (02.10.2020/alc/a/a)