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Euroraum bleibt auf der Wachstumsspur


01.08.17 08:45
HSBC Trinkaus & Burkhardt

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - Bei der Schnellschätzung zum BIP im gemeinsamen Euroraum für den Zeitraum von April bis Juni rechnen wir mit einem Quartalszuwachs von 0,5% (1. Quartal: 0,6%), so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

Für das Gesamtjahr 2017 liege die Projektion der Analysten bei 1,9% gg. Vj. Damit zeichne sich gegenüber den Erwartungen vom Jahresende 2016 (HSBC-Prognose vom Dezember 2016: 1,0%) für das laufende Jahr eine positive Wachstumsüberraschung ab, die primär den geringeren politischen Risiken in der Eurozone seit den Wahlen in den Niederlanden (März) und Frankreich (April/Mai bzw. Juni) und dem daraus resultierenden höhere Optimismusgrad bei Verbrauchern und Unternehmen sowie den auch global verbesserten Konjunkturaussichten geschuldet sein dürfte.

Beachtenswert sei, dass die erwartete höhere reale Zunahme der 2017er Wirtschaftsleistung der Eurozone wohl ohne einen signifikanten Anstieg der Inflation erfolge. Trotz der kräftigen Konjunktur würden die Analysten für 2017 nur mit einem Preisanstieg von 1,5% gg. Vj. rechnen, wobei die Teuerung aufgrund von Basiseffekten zum Jahreswechsel 2017/18 sogar wieder in den Bereich der Marke von 1% zurückfallen dürfte. Im Juli habe die Teuerung in der Jahresrate bei 1,3% und damit auf dem Niveau des Vormonats gelegen.

Die Kernrate (ohne Energie, Lebensmittel, Alkohol und Tabak) sei vom Europäischen Statistikamt (Eurostat) auf 1,2% geschätzt worden (Juni: 1,1%). Für die EZB bedeute dies voraussichtlich eine anhaltende Verfehlung ihres Inflationsziels ("auf mittlere Sicht unter, aber nahe 2%"), denn auch für 2018 zeichne sich trotz der guten Lage am Arbeitsmarkt - die Arbeitslosenquote in der Eurozone sei im Juni mit 9,1% zuletzt auf den niedrigsten Stand seit Februar 2009 gefallen - keine Annäherung an das Inflationsziel ab. Das bedeute für die Geldpolitik, dass der vorgesehene "Normalisierungsprozess" (Stichwort: Reduzierung der QE-Käufe) nur sehr graduell von statten gehen werde und eine Zinserhöhung wohl mindestens bis Ende 2018 nicht zur Diskussion stehe. (01.08.2017/alc/a/a)