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Euroraum: Zinserhöhung rückt näher


11.05.22 08:57
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Die Eurozone verzeichnete im ersten Quartal einen leichten Zuwachs der Wirtschaftsleistung von 0,2 Prozent zum Vorquartal, nach einem Plus von 0,3 Prozent Ende 2021, so die Analysten von Postbank Research.

Trotz des Russland-Ukraine-Krieges habe sich der Einkaufsmanagerindex im Mai verbessert. Der aggregierte Index sei von 54,9 auf 55,8 Punkte gestiegen und stehe damit auf einem Sieben-Monats-Hoch. Die Verbesserung habe aber allein aus einem Anstieg des Subindex für den Dienstleistungssektor resultiert, während die Stimmung in der Industrie weiter nachgegeben habe.

Die EWU-Inflation habe im Mai mit 7,5 Prozent ein neues Rekordhoch erreicht. Beachtlich sei daneben die Veränderungsrate der Kerninflation gewesen, die unerwartet stark von 2,9 auf 3,5 Prozent zugelegt habe und damit auf einen breit angelegten Preisdruck hindeute.

Nachdem die EZB das Ende der Nettoanleihekäufe im dritten Quartal angekündigt habe, konzentriere sich der Markt auf die Frage nach dem Zeitpunkt für einen möglichen ersten Zinsschritt. Aus der Notenbank würden diesbezüglich noch keine eindeutigen Signale kommen, wobei eine Leitzinserhöhung bereits im Juli nicht ausgeschlossen sei.

Die Rendite 10-jähriger Bunds sei zuletzt weiter gestiegen und habe dabei die das erste Mal seit 2015 die 1-Prozent-Marke überschritten. Auf Sicht von sechs Monaten könnte sie von aktuell 1,14 Prozent (Stand: 06.05.2022) weiter auf 1,20 Prozent steigen. (Ausgabe Zinsbulletin Mai 2022) (11.05.2022/alc/a/a)