Erweiterte Funktionen

Euroraum: Weitere Erholung erst nach Omikron?


14.01.22 09:15
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Die Stimmung der Industrie hat sich im Euroraum auch aufgrund erster Entspannungssignale hinsichtlich der Lieferkettenprobleme stabilisiert, so die Analysten von Postbank Research.

Den Dienstleistungssektor hätten hingegen erneute pandemiebedingte Restriktionen betrübt. Der Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe sei im Dezember leicht von 58,4 auf 58,0 Punkte gesunken, bei den Dienstleistern sei er von 55,9 auf 53,1 Punkte gerauscht.

Lockdown-Maßnahmen infolge der Omikron-Variante könnten die Wirtschaftsaktivität im ersten Quartal 2022 merklich reduzieren. Eine Erholung wäre dann erst im Frühjahr zu erwarten.

Die Europäische Zentralbank (EZB) habe auf der Dezember-Sitzung erwartungsgemäß beschlossen, das Notfallprogramm PEPP zum März auslaufen zu lassen. Stattdessen würden zwischen April und September die Ankäufe im Rahmen des APP-Programms vorübergehend erhöht. Obgleich die EZB für 2022 anhaltend hohe Inflationsraten erwarte, bleibe sie bei ihrer Einschätzung, dass die Inflation in den Folgejahren wieder unter 2% fallen werde. Zinserhöhungen habe sie deshalb für 2022 ausgeschlossen.

Im Umfeld anhaltend hoher Inflationsraten und mit erwartbarer Reduzierung geldpolitischer Stimuli hätten die Staatsanleiherenditen in der Eurozone insbesondere der südlichen Länder in den vergangenen Wochen deutlich zugelegt. 10-jährige Bundesanleihen würden aktuell bei -0,08 Prozent rentieren (Stand: 12.01.2022). Auf Sicht von sechs Monaten könnten die Renditen in Richtung 0,30 Prozent ansteigen. (Ausgabe Zinsbulletin Januar 2022) (14.01.2022/alc/a/a)