Euroraum: Teuerungsdynamik höher als erwartet - Doch kein Handlungsgrund für die EZB


01.09.17 08:45
National-Bank AG

Essen (www.anleihencheck.de) - Ähnlich wie am gestrigen Morgen bestritten Konjunkturdaten aus China den Tagesauftakt: Der Caixian Einkaufsmanagerindex wurde veröffentlicht und konnte die Schätzungen schlagen, berichten die Analysten der National-Bank AG.

Die Stabilisierung der industriellen Aktivität in China setze sich fort. Am Vormittag dürften die endgültigen Werte der Markit Einkaufsmanagerindices für das Verarbeitenden Gewerbe verschiedener Euroländer sowie die Werte aus Ländern, für die es keine Schätzungen gebe, von Interesse sein. Eine neue Botschaft würden die Daten nicht senden. Der Aufschwung bleibe in den kommenden Monaten robust. Ob sich das irgendwann in der Preisentwicklung niederschlage, bleibe offen. Die Konsumentenpreise seien im Euroraum jüngst etwas deutliche auf Jahresbasis angestiegen, als es geschätzt worden sei. Handlungsbedarf für die EZB lasse sich daraus jedoch nicht ableiten, da die 2%-Marke noch weit entfernt sei.

Ob sich die europäischen Notenbanker tatsächlich Sorgen über die Stärke der Währung machen würden, wie es gestern berichtet worden sei, könnte am kommenden Donnerstag beleuchtet werden. In der Pressekonferenz nach der Tagung des EZB-Rats würden Fragen nach der Währung ebenso häufig gestellt werden, wie nach den Planungen zur Reduzierung des Anleiheankaufvolumens. Möglicherweise würden dem EZB-Chef auch Fragen zu seiner Einschätzung zu den Arbeitsmarktreformplänen in Frankreich gestellt. Es seien zwar noch nicht alle Details bekannt. Die französische Regierung dürfe sich aber auf einen heißen Herbst einstellen, da es an die Besitzstände gehen werde.

Das Tagesereignis werde heute jedoch ohne Zweifel der US-Arbeitsmarktbericht werden. Die Unternehmen in den USA würden erneut zahlreiche Mitarbeiter neu eingestellt haben, ohne dass sich das sonderlich stark bei der Entwicklung der durchschnittlichen Stundenlöhne bemerkbar machen werde. Die Einstellungen würden überwiegend im Dienstleistungsbereich vorgenommen worden sein. Nach der erwartungsgemäß geringen Preisdynamik gemessen am PCE-Deflator gestern dürften die Erwartungen hinsichtlich weiterer Leitzinsanhebungen durch die FED abnehmen. Außerdem sollten der ISM für das Verarbeitende Gewerbe und der endgültige Wert für den Indikator der Uni Michigan nicht unbeachtet bleiben. Die Stimmung bei Unternehmen und Verbrauchern dürfte anhaltend gut sein, obwohl große Zweifel an der Fähigkeit der US-Administration angebracht seien, etwas von der Reformagenda umzusetzen.

Der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) dürfte kaum verändert in den Freitag starten. Die Investoren würden bis zu den US-Arbeitsmarktdaten zurückhaltend bleiben. Danach seien aufgrund des langen Wochenendes in den USA Gewinnmitnahmen wahrscheinlich. Der Bund-Future sollte sich zwischen 164,25 und 165,75 bewegen. Die Rendite der 10-jährigen US-Treasuries sollte zwischen 2,10% und 2,25% schwanken. (01.09.2017/alc/a/a)





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