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Euroraum: Starker Anstieg der Neuinfektionen, negative Inflationsrate


10.09.20 17:30
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - In einigen Bereichen hat sich die Wirtschaft im Euroraum von der Krise schnell erholt, so die Analysten von Postbank Research.

Die Einzelhandelsumsätze in der EWU hätten im Juni schon wieder auf Vorkrisenniveau gelegen. Die Industrieproduktion befinde sich dagegen noch gut 11 Prozent unter den Werten zu Jahresbeginn.

Konjunkturelle Frühindikatoren würden auf eine fortschreitende, aber sich verlangsamende Erholung hindeuten. Der Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe in der Eurozone sei im August mit 51,7 Punkten im expansiven Bereich geblieben, habe gegenüber dem Vormonat aber leicht nachgegeben.

In einzelnen Euro-Ländern, darunter Spanien und Frankreich, sei die Anzahl der Corona-Neuinfektionen zuletzt stark angestiegen. Die Erholung könnte dadurch verzögert werden, ein erneuter umfassender Lockdown mit dramatischen Folgen für die Wirtschaft bleibe aber unwahrscheinlich.

Die EWU-Inflation sei im August auf -0,2 Prozent und damit das erste Mal seit 2016 wieder leicht in den negativen Bereich gesunken. Die EZB könnte ihre Anleiheankäufe noch einmal aufstocken, um die Erreichung ihres Inflationsziels sicherzustellen.

Auf Basis einer fortschreitenden konjunkturellen Erholung und wieder etwas höheren Inflationsraten könnten die Renditen leicht ansteigen. Die Bundrendite würden die Analysten auf Sicht von sechs Monaten mit -0,10 Prozent oberhalb des aktuellen Niveaus erwarten (-0,50 Prozent; Stand: 08.09.2020). (Ausgabe Zinsbulletin September 2020) (10.09.2020/alc/a/a)