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Euroraum: Renditen zuletzt in leichtem Aufwärtsmodus


07.09.21 09:23
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Der Erholungsprozess im Euroraum verlief zuletzt etwas holprig, so die Analysten von Postbank Research.

Während die Industrie weiterhin von Lieferengpässen ausgebremst werde, leide der Dienstleistungssektor unter dem Wiederaufflammen der Pandemie. Das von der EU-Kommission erhobene Industrievertrauen sei im August gefallen, liege mit 13,2 Punkten aber nach wie vor auf einem historisch hohen Niveau. Im Dienstleistungssektor sei der Index auf immer noch starke 16,8 Punkte gefallen.

Die Inflationsrate sei im August weiter gestiegen und liege mit 3,0 Prozent nun deutlich oberhalb des Zwei-Prozent-Ziels der EZB. Da die Lohndynamik im Euroraum weiterhin verhalten bleibe, sollten preistreibende Faktoren wie die höheren Energiepreise im weiteren Jahresverlauf ihre Wirkung verlieren, sodass die Verbraucherpreise im Vorjahresvergleich spätestens Anfang 2022 wieder etwas zurückgehen sollten.

Im Euroraum zeichne sich weiterhin keine Änderung des lockeren geldpolitischen Kurses ab. Allerdings könnte die EZB die Anleihekäufe im Rahmen des Notfallprogramms PEPP angesichts der günstigen finanziellen Rahmenbedingungen für die Wirtschaft etwas drosseln, ohne aber das Zielvolumen und geplante Ende des Programms zu verändern.

Nach einem Rückgang im Juli und einer Bodenbildung im August sei die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen zuletzt wieder angezogen. Sie dürfte auf Sicht von sechs Monaten von aktuell -0,37 Prozent (Stand: 06.09.2021) weiter auf 0,00 Prozent ansteigen. (Ausgabe Zinsbulletin September 2021) (07.09.2021/alc/a/a)