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Euroraum: Renditedifferenz zur USA verringert


09.06.21 10:45
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Der Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe im Euroraum ist im April mit 63,1 Punkten auf ein neues Rekordhoch gestiegen, so die Analysten von Postbank Research.

Auch im Dienstleistungssektor steige aufgrund Lockerungen pandemiebedingter Beschränkungen in vielen europäischen Ländern die Stimmung. Der entsprechende Einkaufsmanagerindex sei mit 55,1 Punkten deutlich über die Expansionsschwelle bei der 50er Marke geklettert.

Mit der Erwartung einer Impfquote von bis zu 70 Prozent der Erwachsenen bis spätestens zum Ende des dritten Quartals würden Anleger auch aus dem Ausland zunehmend auf eine breite Erholung der Konjunktur im Euroraum im zweiten Halbjahr setzen. Auch in der Eurozone würden sich Stimmen mehren, die vor steigenden Inflationsrisiken warnen würden. Angesichts weiter ansteigender Rohstoffpreise sowie sich ausweitenden Engpässen in den Lieferketten seien die Erzeugerpreise im April um 7,6 Prozent zum Vorjahr gestiegen.

Die EZB habe die Ankäufe im Rahmen ihres Pandemie-Anleiheankaufprogramms (PEPP) beschleunigt, um den Anstieg der Renditen zu dämpfen. In der Sitzung am 10. Juni dürfte über eine Verlängerung dieses schnelleren Ankauftempos diskutiert werden.

Im Gegensatz zu den USA habe sich der Renditeanstieg im Euroraum bis Mitte Mai fortgesetzt. Auf Sicht von sechs Monaten könnte die Rendite zehnjähriger Bunds von minus 0,20 Prozent (Stand: 07.06.2021) auf 0,00 Prozent ansteigen. (Zinsbulletin Juni 2021) (09.06.2021/alc/a/a)