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Euroraum: Mehr Anleihekäufe gegen den Renditeanstieg


09.04.21 08:45
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Der Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe im Euroraum ist im März mit 62,4 Punkten auf ein neues Rekordhoch gestiegen, so die Analysten von Postbank Research.

Im europäischen Dienstleistungssektor bleibe die Stimmung wegen des anhaltenden Lockdowns gedämpft; der entsprechende Einkaufsmanagerindex habe mit 48,8 Punkten knapp unterhalb der wichtigen 50er Marke verharrt, was auf eine weitere leichte Schrumpfung hindeute.

Da die Impfungen gegen Covid-19 schleppend verlaufen würden, dürfte es bis zur Überwindung der Pandemie und einer breiten Erholung der Konjunktur im Euroraum noch eine Weile dauern. Gleichzeitig nähmen die Inflationsrisiken weiter zu. Angesichts höherer Ölpreise sowie Engpässen in den Lieferketten seien die Beschaffungspreise im März laut Einkaufsmanagerindex so schnell gestiegen wie seit einer Dekade nicht mehr.

Die EZB habe auf ihrer vergangenen Sitzung zwar keine Aufstockung der Anleiheankaufprogramme beschlossen. Auch die Leitzinsen würden konstant bleiben. Die Währungshüter würden die Ankäufe im Rahmen ihres Pandemie-Anleiheankaufprogramms (PEPP) aber künftig beschleunigen, um einen weiteren unerwünschten Anstieg der Renditen zu dämpfen.

Der Renditeanstieg habe sich im Euroraum angesichts einer wachsenden Unsicherheit rund um die Pandemie im März per Saldo nicht fortgesetzt. Auf Sicht von sechs Monaten könnte die Rendite zehnjähriger Bunds leicht von aktuell -0,32 Prozent (Stand: 07.04.2021) auf -0,23 Prozent ansteigen. (Zinsbulletin April 2021) (09.04.2021/alc/a/a)