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Euroraum: Geldpolitik bald weniger locker


06.10.21 08:45
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Das Wachstum im Euroraum hat sich sowohl in der Industrie als auch im Dienstleistungssektor im September abgeschwächt, so die Analysten von Postbank Research.

Der Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe sei von 61,4 auf 58,7 Punkte gefallen, bei den Dienstleistern von 59,0 auf 56,3 Punkte. Haupttreiber der Stimmungseintrübung seien neben der weiter schwelenden Pandemie erneut Unterbrechungen in den Lieferketten gewesen, die nicht nur die Entwicklung in der Industrie, sondern auch im Dienstleistungssektor dämpfen würden.

Für das dritte Quartal würden die Indices trotz des Rückgangs noch eine starke Wachstumsdynamik signalisieren. Der Index für die Gesamtwirtschaft im Euroraum habe im 3-Monats-Durchschnitt mit 58,4 Punkten deutlich oberhalb des zweiten Quartals gelegen, als sich der Einkaufsmanagerindex bei 56,8 Punkten befunden und das BIP-Wachstum starke zwei Prozent erreicht habe.

Die Europäische Zentralbank (EZB) habe eine moderate Reduzierung der monatlichen Ankäufe im Rahmen des Pandemie-Nothilfeprogramms PEPP angekündigt. Eine Entscheidung zum Fortgang des Programms, das im März 2022 auslaufe, dürfte auf der Dezembersitzung erfolgen.

Im Zuge anhaltend hoher Inflationsraten und einer etwas falkenhafteren Tonlage bei Notenbanken seien die Renditen deutlich gestiegen. Der Aufwärtstrend könnte sich fortsetzen und die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen von aktuell -0,24 Prozent (Stand: 01.10.2021) auf Sicht von sechs Monaten weiter in Richtung 0,05 Prozent ansteigen. (Ausgabe Zinsbulletin Oktober 2021) (06.10.2021/alc/a/a)