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Euroraum: EZB sieht kurzfristig höhere Inflation - Renditen steigen sukzessive


10.11.21 08:38
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Das Wachstum im Euroraum hat sich sowohl in der Industrie als auch im Dienstleistungssektor im Oktober weiter abgeschwächt, so die Analysten von Postbank Research.

Der Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe sei von 58,5 auf 58,3 Punkte gefallen, bei den Dienstleistern von 56,4 auf 54,7 Punkte. Haupttreiber der Stimmungseintrübung seien erneut Lieferkettenengpässe und die anhaltende Besorgnis hinsichtlich der Corona-Pandemie gewesen, die sowohl die Industrie als auch die Dienstleister weiter belasten würden.

Diese Belastungsfaktoren dürften dazu führen, dass sich die Wachstumsgeschwindigkeit im europäischen Währungsraum im vierten Quartal im Vergleich zu den Vorquartalen merklich reduzieren werde.

Die Europäische Zentralbank (EZB) habe auf ihrer letzten Sitzung auf den weiter anhaltenden Inflationsdruck hingewiesen. Allerdings sei sie bei ihrer Einschätzung geblieben, dass der Preisdruck im kommenden Jahr wieder schwächer werden und die Inflationsrate unter zwei Prozent fallen sollte. Eine Entscheidung zum Fortgang des Programms, das im März 2022 auslaufe, dürfte auf der Dezembersitzung erfolgen.

Im Umfeld anhaltend hoher Inflationsraten und einer nahenden, weniger expansiven Geldpolitik hätten die Renditen ihre Aufwärtsbewegung fortgesetzt. Renditen 10-jähriger Bundesanleihen stünden aktuell bei -0,26 Prozent (Stand: 08.11.2021). Auf Sicht von sechs Monaten könnten sie weiter in Richtung 0,05 Prozent ansteigen. (Zinsbulletin November 2021) (10.11.2021/alc/a/a)