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Euroraum: EZB deutet weitere Lockerung an


11.11.20 10:45
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Die wirtschaftliche Erholung im Euroraum nach dem Ende des ersten Lockdowns ist stärker ausgefallen als erwartet, so die Analysten von Postbank Research.

Das BIP sei in der Eurozone im dritten Quartal um 12,7% gegenüber dem Vorquartal gestiegen, wobei alle großen Mitgliedstaaten überraschend kräftige Zuwächse verzeichnet hätten.

Der erneute Lockdown in vielen EWU-Staaten dürfte zu einem Rückschlag im Erholungsprozess führen, diesen aber nicht beenden. Während der Dienstleistungssektor von den neuen Beschränkungen stark belastet werde, sollte sich der Aufschwung im Industriesektor fortsetzen. Hierauf deute der Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe hin. Dieser habe sich im Oktober weiter auf 54,8 Punkte erhöht.

Die EZB habe wegen einer anhaltend niedrigen Inflation von zuletzt -0,3% im Euroraum und gestiegener konjunktureller Risiken durch die zweite Corona-Welle eine weitere Lockerung der Geldpolitik auf ihrer Dezember-Sitzung signalisiert. Im Fokus sollte dabei eine Aufstockung der Anleiheankäufe stehen, während der Leitzinsniveau konstant bleiben dürfte.

Die nochmalige Ausweitung der Anleihekäufe durch die EZB dürfte einen massiven Anstieg der Kapitalmarktzinsen vorerst verhindern. Gleichwohl könnte die 10-jährige Bundrendite von aktuell -0,50 Prozent (Stand: 10.11.2020) auf -0,30 Prozent in sechs Monaten zulegen, wenn bis dahin ein wirksamer CoronaImpfstoff verfügbar sei und die Konjunkturerholung wieder an Fahrt aufnehme. (Ausgabe Zinsbulletin November 2020) (11.11.2020/alc/a/a)