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Europäischer Rentenmarkt: Griechenland gelingt Comeback


08.08.17 08:30
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Bilanz des Monats Juli am europäischen Rentenmarkt fällt, gemessen an den Veränderungen zum Vormonat, vergleichsweise unspektakulär aus, so die Experten von Union Investment.

Dies täusche aber über einen sehr lebhaften und ereignisreichen Handel hinweg. Zunächst habe sich der Renditeanstieg weiter fortgesetzt. Zehnjährige Bundesanleihen hätten in der Spitze bei 0,62 Prozent rentiert, ohne dass hierfür Konjunktur- oder Inflationsdaten verantwortlich gewesen wären. Ab der Monatsmitte habe sich der Handel wieder beruhigt. Wichtige Wirtschaftsdaten seien leicht schwächer ausgefallen. Hin und wieder habe das Säbelrasseln Nordkoreas für eine höhere Nachfrage nach sicheren Anlagen gesorgt. Wie schon in den Monaten zuvor, hätten sich Anleihen aus den Peripherieländern besser entwickelt als solche aus den Kernstaaten des gemeinsamen Währungsraumes.

Für Aufsehen habe ein lange Zeit unbeteiligter Akteur sorgte gesorgt - Griechenland. Die Regierung in Athen sei nach dreijähriger Abstinenz wieder an den Kapitalmarkt zurückgekehrt. Für ihr Debüt hätten die Hellenen einen fünfjährigen Bond über 3 Milliarden Euro gewählt. Das Orderbuch sei letztlich 6,5 Milliarden Euro groß gewesen. Bei ihrem letzten Versuch vor drei Jahren seien es noch 20 Milliarden Euro gewesen. Von einem großen Erfolg habe daher niemand so recht sprechen wollen. Das Ziel, damit eine Grundlage für weitere Auftritt zu schaffen, dürfte aber erreicht worden sein, um demnächst wieder kapitalmarktfähig zu sein.

Den Währungshütern sei der anfängliche Renditeanstieg nicht entgangen, weshalb sie versucht gewesen seien, die Bewegung mit sehr zurückhaltenden Kommentaren wieder einzufangen. Dies sei zumindest teilweise gelungen. Mario Draghi habe die Kommunikation zum Ankaufprogramm entgegen der Erwartung einiger Analysten (noch) nicht geändert. Bei der nächsten Sitzung im September, oder aber auf dem Notenbankensymposium im amerikanischen Jackson Hole könnte eine solche Ankündigung aber folgen. Ab Januar 2018 sei mit einer weiteren Reduzierung zu rechnen.

Höhere Inflationsraten hätten zum Monatsende wieder auf den Notierungen gelastet. Gemessen am iBoxx Euro Sovereign Index hätten europäische Staatsanleihen im Juli 0,2 Prozent gewonnen. Die guten Konjunkturdaten würden nach vorn gerichtet eher für steigende Renditen sprechen. (Ausgabe Juli 2017) (08.08.2017/alc/a/a)