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Europäische Zentralbank verfolgt Euro-Stärke


11.09.20 11:00
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Wie erwartet nahmen Europas Währungshüter auf ihrer gestrigen Sitzung keine geldpolitischen Änderungen vor, so die Analysten von Postbank Research.

Dass sich die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde, bei der anschließenden Pressekonferenz nicht besorgt über die aktuelle Euro-Stärke sowie den Rückgang der Inflationsrate auf minus 0,2 Prozent im August - der erste negative Wert seit vier Jahren - gezeigt habe, habe dem Euro weiteren Rückenwind gegeben. Allerdings habe Lagarde betont, dass die EZB die Euro-Stärke aufmerksam verfolge und notfalls alle geldpolitischen Instrumente nutzen könne. Dabei werde am Markt eine Absenkung des Einlagezinssatzes auf minus 0,6 Prozent bis Ende 2021 aktuell mit rund 90 Prozent eingepreist. Derzeit würden die Kosten der negativen Einlagezinsen für Europas Bankensektor in Höhe von jährlich 10,6 Milliarden Euro durch die Entlastung in Höhe von 15,2 Milliarden Euro über günstige TLTRO-Kredite der EZB aufgewogen.

Ulrich Stephan, Chef-Anlagestratege Privat- und Firmenkunden von Postbank Research, erwarte daher, dass eine weitere Zinssenkung nur mit einer gleichzeitigen Entlastung der Banken erfolgen werde, beispielsweise durch eine großzügigere Ausgestaltung der TLTRO-Kredite. Die Kurse europäischer Bankaktien hätten im Verlauf der Pressekonferenz leicht zugelegt. (11.09.2020/alc/a/a)