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Europäische Unternehmensanleihen: Leichte Zugewinne in allen Segmenten


09.06.17 08:45
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Europäische Unternehmensanleihen tendierten auch im Mai freundlich, so die Experten von Union Investment.

Vor allem habe der Wahlsieg des europafreundlichen französischen Kandidaten Macron noch positiv nachgewirkt. Corporate Bonds mit Rating Investment Grade hätten auf Indexebene (BofA Merrill Lynch Euro Corporate Index, ER00) 0,4 Prozent zugelegt. Die Risikoprämien (Spreads) hätten sich leicht um 2 auf 59 Basispunkte verringert. Gegen Monatsende sei mit 57 Basispunkten sogar ein Jahrestief erzielt worden. Auch der US-amerikanische Rentenmarkt (BofA Merrill Lynch C0AL) habe sich weiter verbessern können. Der Zugewinn habe - auf US-Dollarbasis - bei 1,2 Prozent gelegen. Die dortigen Spreads hätten seitwärts tendiert.

Mit Blick auf die Untersektoren seien am europäischen Markt die Vorzeichen durchweg positiv gewesen. Gesucht gewesen seien vor allem nachrangige Finanz- und Hybridanleihen. Hochverzinsliche Papiere (High Yield) aus Europa (BofA Merrill Lynch HEAG) hätten ebenfalls im Plus (0,8 Prozent) gelegen. Die Risikoprämien seien dort deutlich um 24 auf 208 Basispunkte zurückgegangen. Kurz vor Monatsende sei auch dort ein Jahrestief (205 Basispunkte) erreicht worden.

Unterstützung hätten die Unternehmensanleihen von der Berichtssaison zum ersten Quartal erhalten, die sehr positiv verlaufen sei. Die Ergebnisse hätten unter anderem gezeigt, dass die leicht ansteigende Verschuldung europäischer Unternehmen auf die großen Firmen zurückzuführen sei. Nehme man die 25 größten Unternehmen aus dem zugrunde liegenden Datenpool von 1.000 Titeln, so würden sich die Verschuldungsniveaus stabil zeigen. Diese lägen unterhalb jener Niveaus von vor der Finanzmarktkrise.

Das auf 60 Milliarden Euro pro Monat reduzierte Ankaufvolumen der Europäischen Zentralbank (EZB) habe keine negativen Auswirkungen gehabt, wie die geringen Spreads und die niedrige Volatilität am Kreditmarkt aufgezeigt hätten.

Am Primärmarkt sei im Mai wieder eine höhere Aktivität zu verzeichnen gewesen. Die Neuemissionen seien zumeist mit nur geringen Renditeaufschlägen emittiert worden.

Politische Ereignisse wie etwa die anstehenden Wahlen in Großbritannien und die Tapering-Diskussion der EZB könnten phasenweise für erhöhte Volatilität und Unsicherheit sorgen. Dem stehe das Ankaufprogramm der europäischen Notenbank gegenüber. (Ausgabe Mai 2017) (09.06.2017/alc/a/a)