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Europäische Staatsanleihen: Leichte Verluste im September


11.10.17 11:45
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Europäische Staatsanleihen waren im September zunächst gefragt, so die Experten von Union Investment.

Von einem erneuten verbalen Schlagabtausch zwischen Nordkorea und den USA hätten besonders die als sicher geltenden Staatspapiere aus Deutschland und Frankreich profitiert. Marktteilnehmer scheinen sich aber zunehmend mit dem Thema abzufinden, so die Experten von Union Investment. Zumindest finde es immer weniger Beachtung, weshalb die Renditen im weiteren Monatsverlauf wieder gestiegen seien. Die Gründe hierfür seien vielfältig gewesen. Einerseits hätten insbesondere die Peripherieländer verstärkt neue Anleihen nach der Sommerpause emittiert. Unter den Kernstaaten habe Österreich mit einer 100-jährigen Anleihe auf sich aufmerksam gemacht. Die Nachfrage hiernach habe das Angebot um das Dreifache übertroffen. Andererseits hätten gute Konjunkturdaten aus dem Euroraum und die Hoffnung auf einen Fiskalimpuls aus den USA belastet.

Die Bundestagswahlen hätten zwar einige Überraschungen bereit gehalten, für ausländische Investoren sei das Wahlergebnis jedoch nur von untergeordneter Bedeutung gewesen. Ihnen habe die Tatsache genügt, dass Angela Merkel ihr Amt nicht verloren habe. Zum Monatsende habe die Marktteilnehmer das Unabhängigkeitsreferendum in Katalonien beschäftigt. Anleihen aus Spanien seien daraufhin leicht unter Druck geraten.

Vonseiten der Europäischen Zentralbank habe es im September nicht die erwarteten Details zur Reduzierung der Wertpapierkäufe gegeben. Die Währungshüter hätten sich sehr bedeckt gezeigt, aber durchklingen lassen, im Oktober handeln zu wollen. Ende September sei die Rendite für zehnjährige Bundesanleihen kurzfristig über die Marke von 0,5 Prozent gestiegen. Gemessen am iBoxx Euro Sovereign Index, hätten europäische Staatsanleihen im September 0,5 Prozent an Wert verloren. Peripherieanleihen hätten sich im Vergleich zu Papieren aus den Kernländern etwas freundlicher entwickelt und nur leicht verloren.

Die guten Konjunkturdaten sprächen nach vorn gerichtet für weiter steigende Renditen. Geopolitische Störfaktoren hätten jedoch das Potenzial, immer wieder für Verunsicherung zu sorgen. (Ausgabe September 2017) (11.10.2017/alc/a/a)