Erweiterte Funktionen

Europäische Staatsanleihen im August als sicherer Hafen gefragt


07.09.17 09:00
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Europäische Staatsanleihen zeigten sich im August von ihrer freundlichen Seite und waren bei den Anlegern gefragt, so die Experten von Union Investment.

Anders als in den Vormonaten hätten diesmal aber nicht Papiere aus den Peripherieländern, sondern aus den Kernstaaten die größten Zuwächse verzeichnet. Auslöser hierfür sei vor allem die Unsicherheit gewesen, die von Nordkorea ausgegangen sei. Bereits zu Monatsbeginn habe sich die Lage weiter zugespitzt, da sich US-Präsident Donald Trump zu einem verbalen Schlagabtausch mit Nordkoreas Machthaben Kim Jong-un habe hinreißen lassen. Zum Monatsende habe der Konflikt abermals eskaliert, als Nordkorea eine Rakete über Japan hinweg geschossen habe. In diesem stürmischen Kapitalmarktumfeld seien Bundesanleihen daher als sicherer Hafen gefragt gewesen. Die Rendite von Papieren mit einer zehnjährigen Restlaufzeit habe sich um 18 Basispunkte auf 0,36 Prozent ermäßigt.

Darüber hinaus habe die Europäische Zentralbank (EZB) abermals im Mittelpunkt des Interesses gestanden. Mit Spannung sei die Rede von Mario Draghi auf dem Notenbankensymposium im amerikanischen Jackson Hole erwartet worden. Der EZB-Chef habe es letztlich jedoch vermieden, Äußerungen zur zukünftigen Ausgestaltung des Kaufprogramms für Anleihen zu machen. Eine wie auch immer geartete Ankündigung einer weiteren Reduzierung hätte den Wechselkurs der Gemeinschaftswährung vermutlich weiter in die Höhe getrieben. Eine Entwicklung, die von der EZB nicht ohne Sorge betrachtet werden dürfte.

Da die Aufwertung aber auch nicht als Problem bezeichnet worden sei, habe sich diese ungeachtet der fehlenden Kommentare zum Kaufprogramm dennoch fortgesetzt. Ende August habe ein Euro bereits 1,20 US-Dollar gekostet. Mitte April seien es noch 1,06 US-Dollar gewesen.

Gemessen am iBoxx Euro Sovereign Index, hätten europäische Staatsanleihen im August 0,8 Prozent hinzugewonnen. Die guten Konjunkturdaten sprächen nach vorn gerichtet eher für steigende Renditen. Politische Störfaktoren hätten jedoch das Potenzial, immer wieder für Verunsicherung zu sorgen. (Ausgabe August 2017) (07.09.2017/alc/a/a)