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Euro-Unternehmensanleihen: Trendumkehr bei den CDS-Spreads - Anleiheaufschläge dagegen mit weiteren Einengungen


10.11.17 12:00
HSH Nordbank AG

Hamburg (www.anleihencheck.de) - Unternehmen verdienen Geld auch damit, dass sie sich für fünf Jahre verschulden, so die Analysten der HSH Nordbank AG.

Die AAA-gerateten Anleihen des iBoxx hätten am 6. November fast 10 Basispunkte unter Midswap notiert. Letzterer stehe aktuell bei 17 Basispunkten. Würden netto 7 Basispunkte "Verzinsung" bei einer durchschnittlichen Restlaufzeit von fünf Jahren bleiben.

Der iBoxx Corporates habe sich in der letzten Woche nochmals eingeengt auf mittlerweile 31 Basispunkte. Auch die kürzlich erschienene "Senior Loan Officer Opinion Survey on Bank Lending Practices" der FED (Oktober 2017) habe ein positives Signal gesendet: Die Kreditvergabebedingungen an Unternehmen hätten sich in den USA weiter gelockert, während die Kreditnachfrage in etwa auf dem Niveau des Vorquartals geblieben sei.

Der Trend rückläufiger Spreads scheine also robust. Doch handle es sich wirklich um einen Trend? Eine Definition dieses Begriffes sei: Die Wahrscheinlichkeit seiner Fortsetzung sei höher als die seiner Umkehr. Und genau daran bestünden erhebliche Zweifel. Zum einen sei die durchschnittliche Kreditqualität der Unternehmen in 2017 gesunken und werde - gemessen an den Rating-Ausblicken der Ratingagenturen - auch in den nächsten Monaten sinken. Auf diesen Punkt haben die Analysten der HSH Nordbank AG Bezug genommen. Kreditqualität sei eher die Grundlage eines mittelfristigen Trends - hier bestünden kaum Zweifel, dass die Spreads diesbezüglich nach oben korrigieren müssten.

Doch zum anderen seien auch im kurzfristigen Spektrum Signale einer Trendumkehr erkennbar. Insbesondere würden sich die CDS-Spreads aktuell etwas von ihren Bond-Kollegen entkoppeln - sie seien in den letzten Tagen gestiegen. Der europäische iTraxx habe sich bis heute um 3 Basispunkte, ca. 6 Prozent, ausgeweitet.

Die Analysten der HSH Nordbank AG vermuten daher, dass es sich bei der Einengung des iBoxx um einen Effekt handelt, der durch die fortgesetzten Anleihekäufe der EZB getrieben wird. Diese "Marktverzerrung", die auf den eher fundamental getriebenen CDS-Index weit weniger wirke, sei endlich. Die Anleihespreads sollten daher innerhalb relativ kurzer Zeit der Richtung folgen, die seitens der CDS-Aufschläge jetzt vorgegeben werde. (Ausgabe vom 09.11.2017) (10.11.2017/alc/a/a)