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Euro-Unternehmensanleihen: Spreads in den letzten vier Wochen deutlich ausgeweitet


13.04.18 12:00
HSH Nordbank AG

Hamburg (www.anleihencheck.de) - Die lang klaffende Lücke im iBoxx hat sich innerhalb von vier Wochen deutlich verringert: Zwischen aktuellen Branchewerten und ihrem langfristigen Durchschnitt ist mittlerweile nicht mehr viel Luft, so die Analysten der HSH Nordbank AG.

Gleiches gelte für den Gesamtwert des Index: Ohne Financials liege der iBoxx bei 44 Basispunkten, der langfristige Durchschnitt bei 60 Basispunkten. Mitte Januar habe dieses Verhältnis noch 32 zu 72 Bp betragen. Seitdem habe der Bondindex einen markanten Anstieg vergleichsweise regelmäßig über alle Ratingklassen vollzogen.

Bei den CDS-Indices sei die Aufwärtsbewegung ähnlich deutlich, aber auch sprunghafter gewesen. Auffällig sei, dass der europäische iTraxx und der US-amerikanische CDX beide jeweils über den Niveaus von Mitte 2017 lägen. Das könne man so interpretieren, dass die Wahrscheinlichkeit für eine weitere Ausweitung im Anleiheindex iBoxx hoch bleibe. Denn üblicherweise würden die CDS-Indices den Cash-Bonds zeitlich etwas vorauslaufen.

Insgesamt sei also das Risikobewusstsein der Anleger gegenüber Anfang 2018 in Richtung "erhöhtes Risikobewusstsein" gerückt. Unsere Einschätzung, dass die Kreditmärkte absehbar im unruhigen Fahrwasser bleiben, besteht nach wie vor, so die Analysten der HSH Nordbank AG.

Zwei Gründe dafür: Zum einen sei die Volatilität an den Aktienmärkten nach wie vor hoch - der CBOE Volatility Index VIX habe im ersten Quartal 2018 auf dem höchsten Niveau seit 2015 gelegen. Die damit verbundene Unsicherheit werde auch auf die Kreditrisikoaufschläge weiter Einfluss haben und für eine weitere Ausweitung sorgen.

Zum anderen würden die Ratingausblicke des ersten Quartals auf eine weitere Verschlechterung der Kreditqualität hindeuten. Laut der Ratingagentur S&P seien Upgrades und Downgrades zwar fast ausgeglichen gewesen (80 up, 86 down), die Upgrades hätten aber vor allem Versorger (10) und Öl- und Gasfirmen (10) betroffen, also nicht die typischen Corporates. Im Bereich Retail habe das Verhältnis von Up- zu Downgrades bei 3 zu 25 gelegen, bei Consumer Products bei 7 zu 20.

Vor diesem Hintergrund glauben die Analysten der HSH Nordbank AG an eine weitere Ausweitung der Spreads in den nächsten Wochen. (Ausgabe vom 12.04.2018) (13.04.2018/alc/a/a)