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Euro-Unternehmensanleihen: CDS-Spreads weiten sich stark aus


09.02.18 11:56
HSH Nordbank AG

Hamburg (www.anleihencheck.de) - Wie unterschiedlich sich Marktschocks in den Cash- und CDS-Indices niederschlagen, konnte man in dieser Woche beobachten, so die Analysten der HSH Nordbank AG.

Europäische und US-amerikanische CDS-Spreads hätten sich innerhalb von drei Tagen um bis zu 10 Basispunkte ausgeweitet - so schnell könne es gehen. Der Bond-Index iBoxx habe die Börsenturbulenzen an den Aktienmärkten relativ ungerührt verkraftet. Dabei dürfte auch die geringere Liquidität dieses Index eine Rolle gespielt haben.

Habe sich die Kreditqualität der Unternehmen also innerhalb weniger Tage so stark verschlechtert? Fundamental nicht, aber der Ausbruch referenziere auf das beherrschende Thema des Kreditzyklus: Unternehmensgewinne in Relation zu Verschuldungs- und Zinslast. Sobald dieses Verhältnis nachhaltig einbreche, werde es turbulent an den Märkten.

Um dies einzuordnen, blicken wir auf die Fälligkeiten der US-Anleihen (Quelle: S&P) bis zum Jahr 2022 (nur Corporates), so die Analysten der HSH Nordbank AG. Wir tun das, weil die Dynamik des globalen Kreditzyklus maßgeblich aus den USA getrieben wird, so die Analysten der HSH Nordbank AG. 2018: 384 Mrd. USD, davon 78 Mrd. Subinvestmentgrade; 2019: 534 Mrd. USD, davon 151 Mrd. Subinvestmentgrade; 2020: 699 Mrd. USD, davon 235 Mrd. Subinvestmentgrade; 2021: 833 Mrd. USD, davon 361 Mrd. Subinvestmentgrade; 2022: 836 Mrd. USD, davon 398 Mrd. Subinvestmentgrade.

Daran zeige sich mehr als deutlich: Der US-Kreditmarkt habe ein eingebautes Zins- und Refinanzierungsrisiko. In 2022 würden mehr Subinvestmentgrade-Anleihen fällig als in 2018 Investmentgrade-Anleihen. Dass bis dahin die Zinsen gestiegen sein würden, sei ein sehr realistisches Szenario. Unternehmen, die sich dann refinanzieren müssten, würden dann - gesetzt den Fall, dass sie überhaupt refinanzieren könnten - eine anteilig deutlich höhere Zinslast tragen müssen.

Der Kreditmarkt gehe also sehenden Auges in diese Gemengelage hinein. Das bedeute, die Nervosität steige. Der Ausbruch der CDS-Spreads der letzten Tage werde nicht der letzte gewesen sein. Und mit steigenden Zinsen werde die nachhaltige Ausweitung zwangsläufig erfolgen müssen. (Ausgabe vom 08.02.2018) (09.02.2018/alc/a/a)