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Euro-Staatsanleihenmarkt: Ruhiger Sommerhandel


09.09.20 08:45
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - In der ersten Augusthälfte war der sommerliche Handel am Euro-Staatsanleihenmarkt von deutlicher Monotonie geprägt, so die Experten von Union Investment.

Viele Marktteilnehmer hätten sich noch im Urlaub befunden. Es habe zudem an kursbewegenden Nachrichten gemangelt, weshalb die Umsätze gering gewesen seien und die Notierungen überwiegend seitwärts tendiert hätten. Zum Monatsende hin seien insbesondere von einigen Neuemissionen wieder Impulse ausgegangen. Wenngleich viele Staaten in diesem Jahr bereits eine Vielzahl an neuen Anleihen platziert hätten, so müssten die umfangreichen Fiskalmaßnahmen dennoch weiter finanziert werden. Deutschland habe einige bestehende Papiere aufgestockt und plane zugleich die Ausgabe der ersten grünen Bundesanleihe. Die damit aufgenommen Mittel würden der Finanzierung ausschließlich nachhaltiger Investitionen dienen. Großes Interesse habe an einer neuen zehnjährigen Anleihe aus Finnland bestanden.

Mit den Neuemissionen hätten die Kurse der sich bereits am Markt befindlichen Anleihen etwas nachgegeben. Parallel dazu seien einige ermutigende Nachrichten zur Bekämpfung des Corona-Virus veröffentlicht worden. Dies habe die Hoffnung auf eine konjunkturelle Erholung beflügelt, wenngleich mit einer Normalisierung wohl erst zu rechnen sei, wenn ein Impfstoff gefunden sei. Einmal mehr sei zudem darüber debattiert worden, ob aufgrund der expansiven Geld- und Fiskalpolitik mit einer drohenden Inflation zu rechnen sei. Schließlich drohe zudem aus den USA ein Regimewechsel, da die dortige Notenbank angekündigt habe, zukünftig auch höhere Teuerungsraten tolerieren zu wollen. Vorerst spreche im Euroraum jedoch einiges für eher fallende Preise.

Kernanleihen aus dem Euroraum hätten im August rund ein Prozent an Wert eingebüßt. Papiere aus den Peripherieländern hätten sich etwas besser gehalten, aber dennoch 0,4 Prozent an Wert verloren. Gemessen am iBoxx Euro Sovereign-Index habe dies für europäische Staatsanleihen im August ein Minus von 0,8 Prozent bedeutet. Seit Jahresbeginn betrage der Zuwachs somit noch 2,3 Prozent. (Ausgabe vom 08.09.2020) (09.09.2020/alc/a/a)