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Euro-Primärmarkt springt im August zum Monatsende an


09.09.20 10:30
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Im August prägten steigende Staatsanleiherenditen das Geschehen an den Rentenmärkten, so die Experten von Union Investment.

Sowohl die deutsche als auch die US-Zinskurve hätten über die langen Laufzeiten steiler tendiert, während das kurze Ende durch die Zinspolitik der Zentralbanken fest verankert geblieben sei.

Dem Renditeanstieg habe im insgesamt risikofreudigen Marktumfeld auf Unternehmensanleiheseite eine weiter abwärts gerichtete Entwicklung der Renditeaufschläge (Spreads) entgegengestanden. Damit hätten die Verluste, zumindest im Euroraum, kompensiert werden können. Für in Euro notierte Investment Grade-Unternehmenspapiere sei im August auf Indexebene (ICE BofA Euro-Corp.-Index, ER00) ein leichtes Plus von 0,1 Prozent verblieben. Die Spreads hätten sich um 9 auf 92 Basispunkte eingeengt. Die Ankäufe der Europäischen Zentralbank seien weiter eine gute Stütze für den Markt gewesen.

Etwas freundlicher hätten die mit mehr Risiko behafteten Unternehmensanleihesegmente tendiert. So hätten etwa Nachranganleihen sowohl aus dem Industrie- als auch dem Finanzsektor (ICE BofA ENSU- sowie EBSU-Index) auf Segmentebene 1,2 beziehungsweise 1,0 Prozent hinzugewinnen können. Die Risikoprämien hätten sich dort im Schnitt um rund 20 Basispunkte eingeengt. Auch der High Yield-Bereich (ICE BofA HEAG-Index) habe mit plus 1,3 Prozent freundlich tendiert, die Spreadeinengung dort habe 28 Basispunkte umfasst.

Am Primärmarkt sei die Lage in den ersten drei Wochen von einer sommerlichen Flaute geprägt gewesen, die Anzahl der Neuemissionen sei überschaubar gewesen. In der letzten Augustwoche habe dann das Emissionsvolumen etwas angezogen, hierunter seien auch einige Nachrangpapiere gewesen. Die Nachfrage der Anleger sei insgesamt gut gewesen. Der Großteil der Neuemissionen für 2020 dürfte bereits am Markt platziert sein. Die Unternehmen hätten in erster Linie taktisch Kasse aufgebaut und wenig investiert. Die Experten von Union Investment würden bis Jahresende mit einem nicht mehr allzu großen Platzierungsvolumen rechnen.

Am US-Unternehmensanleihemarkt habe sich der Renditeanstieg negativ niedergeschlagen. Trotz einer Spreadeinengung um 10 auf 147 Basispunkte habe es am Gesamtmarkt (ICE BofA US-Large Caps-Index, C0AL) Verluste in Höhe von knapp 1,1 Prozent gegeben. US-High Yield-Papiere hätten hingegen ein Prozent zugelegt. (Ausgabe vom 08.09.2020) (09.09.2020/alc/a/a)