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Euro Outs-Staatsanleihen: Heterogene Kursentwicklung


10.05.18 10:00
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Kursentwicklung europäischer Staatsanleihen außerhalb der Währungsunion verlief im April sehr heterogen, so die Experten von Union Investment.

Eine klare Tendenz habe sich auch nicht mit Blick auf die Bonität ausmachen lassen. So habe es sowohl unter den Ländern mit einer besseren Kreditwürdigkeit Gewinner und Verlierer gegeben, als auch bei Anleihen mit schlechterem Rating.

Kursgewinne seien in Ungarn, Polen, Tschechien und der Türkei zu verzeichnen gewesen. Papiere aus Tschechien hätten zuletzt unter der Annahme gelitten, die dortige Notenbank würde einen restriktiven Kurs einschlagen. Zinserhöhungen seien zwar weiterhin im Gespräch, dürften aber wohl erst verstärkt in 2019 realisiert werden.

In der Türkei habe Präsident Erdoğan vorgezogene Präsidentschafts- und Parlamentswahlen für den 24. Juni angekündigt. Wichtigster Grund dafür dürfte die sich verschlechternde ökonomische Lage der Türkei sein. Das starke Wachstum treffe auf eine sich immer weiter abschwächende Währung. Es sei zu vermuten, dass der Präsident mit der Neuwahl das (noch) intakte Wirtschaftsumfeld für ein gutes Wahlergebnis nutzen wolle. Da die erwarteten klaren politischen Verhältnisse auch für Stabilität stünden, habe die Türkische Lira nach der Nachricht zunächst aufgewertet und auch die Staatsanleihen gestützt. Daneben habe am Monatsende die Anhebung des Leitzinses um 75 Basispunkte durch die Türkische Zentralbank gestanden.

Zu den Verlierern hätten Russland, Großbritannien und die Schweiz gezählt. Die USA hätten am 6. April einige russische Oligarchen und Unternehmen, denen enge Verbindungen zum Kreml nachgesagt würden, auf eine schwarze Liste gesetzt und damit die Sanktionen gegen das Land ausgeweitet. Dies habe zu einer kräftigen Währungsabwertung des Russischen Rubels geführt und zudem stark auf russischen Staatsanleihen gelastet, deren Rendite dadurch angestiegen sei. Dass der Abschlag letztlich aber doch nur vergleichsweise gering ausgefallen sei, sei den freundlichen Rohstoffmärkten geschuldet gewesen. Ein um 10 Prozent höherer Ölpreis habe der negativen Entwicklung aus den Sanktionen entgegengewirkt. (Ausgabe April 2018) (10.05.2018/alc/a/a)