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Euro Outs-Anleihen: Mehrheitlich freundliche Marktentwicklung im August


08.09.17 10:15
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Europäische Anleihen außerhalb des gemeinsamen Währungsraumes zeigten sich im August mehrheitlich von ihrer freundlichen Seite und verbuchten entsprechende Kursgewinne, so die Experten von Union Investment.

Der Konflikt zwischen Nordkorea und den USA habe sich kaum auf das Marktgeschehen ausgewirkt. Oft seien andere, länderspezifische Gründe für die Kursentwicklung ausschlaggebend gewesen. Größere Zuwächse habe es etwa in Großbritannien gegeben, da einige Konjunkturdaten dort zuletzt schwächer als erwartet ausgefallen seien. Zum Monatsende habe zudem die dritte Runde der Brexit-Verhandlungen zwischen Großbritannien und der Europäischen Union begonnen. EU-Kommissionspräsident Juncker habe sich mit den Fortschritten sehr unzufrieden gezeigt. Es gäbe weiterhin viele offene Fragen. Zudem habe er dem Wunsch des britischen Verhandlungsführers Davis nach parallelen Gesprächen über Austritt und Zukunft Großbritanniens eine klare Absage erteilt. Erst müsse man die Probleme der Trennung zufrieden stellend gelöst haben. London läuft damit die Zeit davon, zumal die Verhandlungspartner noch immer weit entfernt von einer möglichen Lösung zu sein scheinen, so die Experten von Union Investment.

Weitere Zuwächse habe es auch in Polen, Ungarn, Norwegen, Russland und der Schweiz gegeben. Eine Ausnahme hätten Anleihen aus Tschechien gebildet. Dort habe die Nationalbank erstmal seit 2008 den Leitzins um 0,2 auf 0,25 Prozent erhöht. Damit sei Tschechien das erste Land in der Europäischen Union, das in der Nachkrisenzeit solch einen Schritt vornehme. Ganz überraschend sei die Erhöhung nicht gekommen, denn damit solle eine Überhitzung des Immobilienmarktes verhindert werden. Schließlich seien die Hypothekenzinsen vom Leitzins abhängig. In der Hauptstadt Prag seien die Preise für Eigentumswohnungen in den letzten sechs Jahren mehr als 30 Prozent gestiegen. Bei Neubauten seien es sogar noch weitaus mehr. Weitere Schritte könnten folgen. Allerdings sei die Inflationsrate auf einem niedrigen Niveau, was nur einen geringen Spielraum für weitere Schritte eröffne. (Ausgabe August 2017) (08.09.2017/alc/a/a)