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Erster EU-Green-Bond: Rekordangebot von zwölf Milliarden Euro


12.10.21 12:00
FONDS professionell

Wien (www.anleihencheck.de) - Die Europäische Union startet am Dienstag ihren ersten Versuch am Markt für grüne Anleihen - und das gleich mit dem größten Deal aller Zeiten, so die Experten von "FONDS professionell".

Die Europäische Union (EU) begebe wie angekündigt ihren ersten Green Bond. Das Debüt mache eine 15-jährige grüne syndizierte Anleihe, mit der zwölf Milliarden Euro aufgenommen werden sollten. Das würde den Rekord knapp übertreffen, den Großbritannien im vergangenen Monat bei seiner "grünen Premiere" aufgestellt habe. In den kommenden Jahren wolle die EU bis zu 250 Milliarden Euro solcher Schuldtitel ausgeben.

"Das wird der größte Green Bond auf dem Markt werden und für Anleger einer der liquidesten, wahrscheinlich der liquideste", sage Julian Kreipli, Analyst der Unicredit, der mit einem Orderbuch von mehr als 100 Milliarden Euro rechne. "Die Nachfrage wird wahrscheinlich sehr groß sein", so Kreipli gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg.

Das größte Orderbuch aller Zeiten, das es zu schlagen gelte, seien die britischen 100 Milliarden Pfund (118 Milliarden Euro) für einen grünen Bond, und die 145 Milliarden Euro an Zeichnungen, die die EU selbst für einen Sozialbond letztes Jahr habe aufstellen können.

Die EU könnte möglicherweise einige Basispunkte an Zinskosten drauflegen. "Wir erwarten, dass die EU wie bei früheren Deals eine kleine Neuemissions-Prämie bietet - dies wird wahrscheinlich getan, um eine starke Investorenbasis aufzubauen", sage Floortje Merten, ein Bondstratege bei ABN Amro Bank NV. Er gehe davon aus, dass diese Differenz auf etwa fünf Basispunkte anwachsen könnte - dies werde "wahrscheinlich zu einer sehr starken Nachfrage führen".

Gemeinsame Lead Manager seien Bank of America Securities, Credit Agricole SA, Deutsche Bank AG, Nomura Holdings Inc. und TD Securities. Banken würden sich um Gebühren aus Grünbond-Emissionen drängeln, die in diesem Jahr bei über 400 Milliarden Dollar lägen. Die Top-3-Arrangeure weltweit würden bei dieser Transaktion allerdings fehlen: JPMorgan Chase & Co., BNP Paribas SA und Citigroup Inc. (12.10.2021/alc/a/a)