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Erste grüne Bundesanleihe wird Green-Bond-Markt beflügeln


04.09.20 11:15
Columbia Threadneedle

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Emission der ersten grünen deutschen Bundesanleihe wird dem Markt für grüne Anleihen nach Ansicht der Fondsgesellschaft Columbia Threadneedle Investments einen Wachstumsschub verleihen, so die Experten von Columbia Threadneedle.

"Die erfolgreiche Platzierung wird dazu führen, dass weitere Emittenten Green Bonds auflegen", sage Simon Bond, Director Responsible Investment Portfolio Management bei Columbia Threadneedle und Portfoliomanager des Threadneedle (Lux) European Social Bond Fonds. "Wir ermutigen andere Staaten, dem Beispiel zu folgen."

Am Mittwoch habe die Finanzagentur des Bundes die erste grüne Bundesanleihe emittiert und sei damit anderen Staaten wie Schweden, Frankreich, Belgien, Irland, den Niederlanden und Polen gefolgt. Das Interesse an dem Papier mit zehnjähriger Laufzeit und einem Gesamtvolumen von 6,5 Milliarden Euro sei enorm gewesen: Die Agentur habe von Investoren Gebote über 33 Milliarden Euro erhalten. Auch Simon Bond habe die erste grüne Bundesanleihe erworben und ins Portfolio des Threadneedle (Lux) European Social Bond Fonds aufgenommen. "Sie wird vor allem dazu beitragen, die Liquidität des Portfolios zu gewährleisten - und durch die Mittelverwendung zugleich positive Entwicklungen fördern."

Global betrachtet sei die Emissionstätigkeit bei grünen Anleihen in den vergangenen Monaten zurückgegangen. Denn angesichts der Corona-Krise habe sich der Schwerpunkt stärker auf soziale und nachhaltige Papiere verlagert. So seien Columbia Threadneedle zufolge in der ersten Jahreshälfte 2020 neue grüne Anleihen im Umfang von 88 Milliarden Dollar auf den Markt gekommen - 14 Prozent weniger als die 103 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum. Dieser Rückgang bereite Portfoliomanager Bond keine Sorgen. "Es braucht ganz einfach Zeit, um ein Rahmenwerk für die Emission solcher Anleihen zu schaffen", sage er. "Die Emissionen werden kommen, und der Markt wird wachsen."

Das Wachstum und die Akzeptanz grüner Bundesanleihen würden Columbia Threadneedle zufolge auch dadurch begünstigt, dass diese Papiere ohne Aufschlag zu herkömmlichen deutschen Staatsanleihen gehandelt werden dürften. Bond: "Wir gehen nicht davon aus, dass Investoren eine Prämie für grüne Bundesanleihen zahlen müssen." So habe das Finanzministerium in Bezug auf die Emission vom Mittwoch klargestellt, dass sie gegebenenfalls intervenieren werde, um dies zu gewährleisten.

Dass weitere grüne Bundesanleihen mit unterschiedlichen Laufzeiten geplant seien, werde den Markt für Green Bonds insgesamt unterstützen. "So kann sich eine Zinsstrukturkurve etablieren. Weil diese sich auf die klassische Kurve bezieht, die Investoren gewohnt sind, wird sie die Entwicklung des Marktes durch mehr Flexibilität fördern", sage Bond.

Grüne Anleihen (auf Englisch: Green Bonds) würden von öffentlichen Emittenten und Unternehmen begeben, um Projekte mit Umwelt- und Klimabezug zu finanzieren. Daneben hätten sich soziale Emissionen (Social Bonds) mit Schwerpunkt auf gesellschaftlichen Entwicklungen und nachhaltige Papiere (Sustainable Bonds) als Mischform aus grünen und sozialen Anleihen etabliert. Angesichts des allgemeinen Trends hin zu nachhaltiger Geldanlage sei das Segment für grüne, soziale und nachhaltige Anleihen in den vergangenen Jahren rasant gewachsen. So belaufe sich das aufsummierte Emissionsvolumen mittlerweile auf über 800 Milliarden Dollar, wie eine Auswertung von Columbia Threadneedle Investments auf Basis von Bloomberg-Daten zeige. Innerhalb dieses Universums würden bislang grüne Anleihen mit einem Volumen von rund 650 Milliarden Dollar dominieren, was einem Anteil von rund 80 Prozent entspreche. (Ausgabe vom 03.09.2020) (04.09.2020/alc/a/a)