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Erhöhte Nachfrage nach US-Staatsanleihen


19.11.20 10:45
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.anleihencheck.de) - Die Impfstoffhersteller Pfizer und BioNTech haben gestern für das gemeinsam entwickelte Mittel eine Effektivität von 95% bekanntgegeben und das Ansuchen um eine US-Genehmigung für die kommenden Tage angekündigt, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG.

Die positiven Nachrichten bezüglich eines immer greifbarer werdenden Impfstoffes seien jedoch an den US-Anleihemärkten nur bedingt angekommen und seien von negativen Neuinfektions- und Todeszahlen (250.000 seit Ausbruch) sowie einem weiterhin stagnierenden Beschluss für dringend benötigte fiskalische Unterstützung seitens des Kongresses überschattet worden. Dies habe zu einer erhöhten Nachfrage nach sicheren US-Staatsanleihen geführt, was die 10-jährige Rendite auf 0,85% habe fallen lassen. Im Euroraum hätten die Risikoprämien kaum reagiert. So bleibe die italienische 10-jährige Rendite mit 0,63% 118 BP über der deutschen auf einem niedrigen Niveau.

Heute Abend stehe ein weiteres Treffen der EU-Staats- und Regierungschefs an. Am Montag hätten Polen und Ungarn bereits ein Veto gegen den geplanten EU-Finanzrahmen 2021-2027 und den EU-Wiederaufbaufonds eingelegt, für welches Slowenien gestern ebenfalls Sympathie ausgedrück habe. Streitpunkt sei eine Bedingung der Rechtsstaatlichkeit an die Gelder.

Der Datenkalender sei heute nur dünn besetzt. So stünden in den USA die wöchentlich veröffentlichten Erstanträge der Arbeitslosenhilfe sowie der Sentiment Indikator Philly FED Index an.

Am Primärmarkt habe sich für heute Frankreich mit der Emission von inflationsindexierten Anleihen (5J, 15J, 16J) in Höhe von 1,25 Mrd. sowie Fix-Kupon Anleihen (3J, 5J, 7J) in Höhe von EUR 8 Mrd. angekündigt. (19.11.2020/alc/a/a)