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Endlich wieder niedrigere Inflation in Ungarn


12.10.20 10:00
Oberbank

Linz (www.anleihencheck.de) - Im Zuge der Coronakrise senkte die Ungarische Nationalbank (MNB) ihren Leitzinssatz im Juni und Juli jeweils um 15 Basispunkte auf nun 0,60%, so Oberbank in ihrem aktuellen Tageskommentar zu den internationalen Finanzmärkten.

Sie habe dabei einen krisenbedingten Rückgang der Inflation prognostiziert. Dieser habe sich aber nicht eingestellt, sondern genau umgekehrt: Die Inflation in Ungarn habe sich den ganzen Sommer (von Juni bis August) bis auf 3,90% beschleunigt. Dies habe den Ungarischen Forint (HUF) belastet, der in den Herbst deutlich geschwächt gestartet sei.

Die am letzten Donnerstag veröffentlichte September-Inflation habe jedoch auf der Unterseite überrascht: Während Prognosen von einer Stabilisierung bei 3,90% ausgegangen seien, seien die Verbraucherpreise im Vorjahresvergleich nur um 3,40% gestiegen, gegenüber dem Vormonat also um 0,40% zurückgegangen. Dies habe den Forint beflügelt und EUR/HUF sei am Freitag bis auf 356,00 zurückgegangen. Damit der HUF in den nächsten Monaten nicht wieder abwerte, müsste sich die Desinflation fortsetzen (oder das Zinsniveau steigen, oder die Pandemie zu Ende gehen, was weniger wahrscheinlich sei). (12.10.2020/alc/a/a)