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Ende ultraexpansiver US-Geldpolitik rückt näher - Der internationale Zinstrend sollte weiter aufwärts gerichtet bleiben


06.09.21 10:15
National-Bank AG

Essen (www.anleihencheck.de) - Das Zentralbanker-Symposium in Jackson Hole lieferte kaum Neues, berichten die Analysten der National-Bank AG.

Im Kern habe FED-Chairman Powell rhetorisch die schrittweise Rückführung der Anleihekäufe weiter vorbereitet - was das konkrete Timing anbelange, habe sich der oberste Notenbanker der USA aber noch erhebliche Spielräume gelassen: So habe Powell darauf verwiesen, dass die Fortschritte bei der Inflation zwar durchaus signifikant seien. Mit Blick auf die angestrebten Ziele am Arbeitsmarkt sei er aber unscharf geblieben: Wann genau mit der absehbaren weiteren Räumung des Arbeitsmarktes die Zielsetzung der FED erreicht sein würde, sei aber offen geblieben. Im Ergebnis dürfte die FED höchstwahrscheinlich noch in diesem Jahr beschließen, die Anleihekäufe zurückzuführen, mit Blick auf die Unsicherheiten durch die Delta-Variante dürfte dies aber vermutlich erst zum Jahresende auf der Dezember-Sitzung erfolgen.

In der EZB würden sich unterdessen die Stimmen für eine für eine schrittweise Normalisierung der Geldpolitik mehren. So hätten die "Falken" im Rat betont, dass sowohl das Wachstum als auch die Inflationsentwicklung seitens der EZB unterschätzt worden seien. Ob die EZB tatsächlich beginnen werde, die geldpolitische Wende einzuleiten, sei nach Erachten der Analysten der National-Bank AG auch weiterhin höchst fraglich: Angesichts der anhaltenden Verbreitung der Delta-Variante sei davon auszugehen, dass die EZB ein Tapering weiter herauszögern werde.

Darüber hinaus werde der Preisdruck weltweit nach allgemeinem Dafürhalten perspektivisch wieder abebben. Es sei durchaus möglich, dass die strukturellen Disinflationstrends der Eurozone wieder spürbar würden. Schließlich bleibe das wirtschaftspolitische Interesse an maximaler geldpolitischer Flankierung mit Blick auf die "fiskalische Dominanz" ein zentrales, wenn nicht das letztlich handlungsleitende Motiv der europäischen Geldpolitik. Im Ergebnis dürfte die EZB den Gesamtrahmen für das PEPP-Programm eher weiter aufzustocken, um die Nettokäufe zunächst weiter fortzusetzen.

Vor dem Hintergrund des zusehends näher rückenden Endes der ultraexpansiven Geldpolitik in den USA sollte der internationale Zinstrend weiter aufwärts gerichtet bleiben. Nach wie vor würden die Risiken mit Blick auf die Pandemie zwar erheblich bleiben, in der Summe dürfte der robuste wirtschaftliche Aufwärtstrend aber erhalten bleiben, mit der Folge, dass die Kapazitätsüberhänge an den Arbeitsmärkten weltweit weiter abgebaut werden könnten. Auf Jahressicht würden die Analysten der National-Bank AG vor dem Hintergrund der robusten globalen Perspektiven nunmehr davon ausgehen, dass die 10-jährigen Staatsanleihen in den Industrienationen ihren Aufwärtstrend auf Sicht der nächsten zwölf Monate wiederaufnehmen können sollten. Die Analysten der National-Bank AG würden ihre Projektionen auf den bisherigen Niveaus belassen. (Ausgabe vom 03.09.2021) (06.09.2021/alc/a/a)